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Leuna nimmt ein neues Mitteldruckdampfversorgungssystem in Betrieb

29.10.2014 -

In Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, und weiterer Prominenz aus Politik und Wirtschaft, ist im Oktober ein neues Mitteldruckdampfversorgungssystem für den Chemiestandort Leuna offiziell in Betrieb genommen worden. Da die Energiekosten wesentlich die Kosten der Chemieproduktion bestimmen, hat die InfraLeuna das Energiekonzept „ProEnergie 2014+" erarbeitet und mit der Umsetzung begonnen. Der Startpunkt war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen dem Standortbetreiber und dem Energieunternehmen MVV Umwelt zur Erschließung zusätzlicher, kosteneffizienter Dampfquellen für den Chemiestandort im November 2013. „Durch die Inbetriebnahme des neuen Mitteldruckdampfversorgungssystems wird ein weiterer Meilenstein bei der Umsetzung des Energiekonzeptes erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität des Standortes substanziell verbessert", freut sich Geschäftsführer Christof Günther.

„Die Nutzung der Wärme aus der thermischen Abfallverwertung unseres Kraftwerks TREA Leuna ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und zukunftsweisend", betont der Vorstandsvorsitzender der MVV Energie, Georg Müller, die damit verbundene nachhaltige Steigerung der Energieeffizienz. „Gemeinsam leisten wir hier mit der neuen Wärmeversorgung einen aktiven Beitrag zur Stärkung des Standortes und zum Umweltschutz."

 „Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist ein zentraler Faktor für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt. Das betrifft vor allem die chemische Industrie", meint Ministerpräsident Haseloff. „Ich begrüße deshalb die konsequente Umsetzung eines Energiekonzeptes am Standort Leuna. Die Inbetriebnahme des neuen Dampfversorgungssystems ist zugleich eine Bestätigung des in Sachsen-Anhalt entwickelten Chemieparkmodells."

„Energie ist wertvoll und sollte nicht sinnlos verschwendet werden. Energie so effizient wie möglich zu nutzen ist nicht nur klimaschutzpolitisch richtig, sondern spart auch Kosten. Das Projekt der InfraLeuna ist ein schönes Beispiel dafür, wie man eine  klima- und ressourcenschonende, sichere und kostengünstige Energieversorgung vor Ort planen und konsequent umsetzen kann. Wir brauchen in Deutschland noch mehr derartige Initiativen. Leuna zeigt, wie es funktioniert!", sagte Franzjosef Schafhausen, Abteilungsleiter Klimaschutzpolitik des Bundesumweltministeriums, zur Inbetriebnahme.

Die MVV Umwelt liefert nun Energie aus ihrer thermischen Abfallbehandlungsanlage zur Versorgung der Standortkunden. Durch das neue Dampfversorgungssystem wird der Einsatz des fossilen Brennstoffes Erdgas am Chemiestandort Leuna vermindert, was wiederum den CO2-Ausstoß um jährlich etwa 215.000 t reduziert. Dies kommt der Emission von rund 110.000 PKW der Kompakt-/Mittelklasse bei einer Laufleistung von 12.000 km pro Jahr gleich. Zum Vergleich: im Landkreis Saalekreis sind 111.000 PKW zugelassen.

Die Realisierung der rund 3 km langen Dampfleitung sowie der erforderlichen technischen Anpassungen in der TREA Leuna erfolgte in einer Bauzeit von etwa 10 Monaten. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 8 Mio. €. „Realisiert im Zeitplan und im Budget, war der Bau des neuen Dampfversorgungssystems für alle Beteiligten ein erfolgreiches Projekt", so Günther. „Mit der erfolgreichen Zusammenarbeit sichern wir mit einer zuverlässigen und kostengünstigen Energieversorgung entscheidende Grundlagen für die über 100 Unternehmen hier mit ihren rund 9.000 Arbeitsplätzen", ergänzt Dr. Müller abschließend.

Kasten: Mit ihrer über 50-jährigen Erfahrung im Bereich abfallgefeuerter Kraftwerke und der Kraft-Wärme-Kopplung, sowie einer jährlichen Verwertungskapazität von rund 1,6 Mio. t, zählt MVV Umwelt zu den drei führenden Firmen dieser Branche in Deutschland. Dabei erzeugt das Energieunternehmen jährlich rund 250.000 Megawattstunden Strom. Mit der nun realisierten Dampfauskopplung steigt die Energieeffizienz des Kraftwerks, so dass die im Abfall enthaltene Energie noch besser genutzt werden kann. Die TREA Leuna verwertet seit 2005 Abfälle aus Kommunen und Industrie. Die aktuelle Kapazität des Kraftwerks liegt bei nominell 390.000 t/a Abfall.

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