Anlagenbau & Prozesstechnik

Fleissige Arme für ein sensibles Terrain

Kawasakis neue Robotermodelle für die Medizin- und Pharmatechnik

29.10.2015 -

„Entwicklung am Puls des Marktes“ – das gehört für Carsten Stumpf zur erklärten Strategie bei Kawasaki Robotics. Schon deshalb lässt sich der General Manager für Marketing und Sales in der Neusser Europa-Zentrale des Unternehmens die Genugtuung über MC004N und MS005N gerne anmerken. Das sind die Namen der beiden neuen Robotermodelle, die speziell für den Einsatz in der Medizin- und Pharmatechnik entwickelt wurden – und am Markt bereits für einiges Aufsehen sorgen.

Wer auf dezente bis sterile Mitarbeit in Forschung und Produktion setzt, kommt an diesen beiden Robotermodellen in der Tat künftig schwer vorbei. Ihre Feinmotorik ist im Wortsinne ergreifend, ihr Tempo immer konstant. So sind die dezenten Helfer besonders für den Einsatz im Reinraum prädestiniert, wo man ihnen eine größere Karriere in hochsensiblem Terrain prophezeit. Vor allem Prozesse, die bisher nur manuell, mit schwankender Qualität realisiert werden konnten, werden damit ab sofort automatisierbar.
Optimiert aus der ausgelaufenen F-Serie (Roboter bis 60 kg) und der aktuellen R-Serie (bis 80 kg) konstruiert, eignen sich beide Varianten dank ausgereifter Technik vor allem für das Handling von Proben und Tests sowie zur Anfertigung individueller Arzneien. Durch das sehr kompakte Armdesign und die sterilen Oberflächeneigenschaften können sie bisher manuell ausgeführte Handhabungen im Labor zuverlässig und akkurat übernehmen. Das macht menschliche Arbeit nicht überflüssig, wie man beim Hersteller versichert, sondern entlastet sie. Was sonst nur mit kompliziertem bis prekärem Einsatz geleistet werden könne, werde dadurch funktionaler und sicherer.
Die fleißigen Labor-Assistenten sind komplett in Edelstahl gefertigt bzw. mit einer 2K-Lackierung versehen sowie VHP-beständig (vaporisiertes H202). Sie werden in Schutzklasse IP67 ausgeführt und entsprechen der ISO-Klasse 5 für Reinräume. Dadurch eignen sie sich vor allem für den Einsatz in hochsterilen Bereichen, bis hin zur Nukleartechnik. In ihrem hilfreichen Arm mit durchgängigem Handgelenk (Hollow Wrist) sind alle Anwendermedien zur Adaption geschlossener Greifwerkzeuge integriert. Sowohl ein elektrischer als auch ein pneumatischer Greifer sind wahlweise mit bis zu zwei zusätzlichen Achsen anschließbar. Der MS005N verfügt außerdem über eine 7-Achs-Kinematik, durch die eventuelle Störkonturen vermieden werden. So sind auch komplexe Bewegungsabläufe in verschiedene Richtungen bzw. ´um die Ecke´ für ihn kein Problem mehr.
Die akkurate Performance beider Robotermodelle wird durch zwei bescheiden wirkende Ziffern abgebildet: 0,05 und 0,1 mm. Sie stehen für die Wiederholungsgenauigkeit, mit der MC004N und MS005N ihre Aufgaben im hochsensiblen Reinraum erledigen. So lassen sich eine ganze Reihe von Prozessen – vom autonomen Handling von Stammzellenkulturen über die automatisierte Herstellung von Sondermedikamenten bis zum Probenhandling in der experimentellen Pharmazie – ab sofort unkomplizierter steuern.
Gut 40 Jahre Erfahrung in der Roboter-Entwicklung stecken in den beiden „Medizinern“, wie Kawasakis Europa-Vertriebschef Carsten Stumpf versichert. So viel Expertise soll sich jetzt auch jenseits der Werkhallen im Labor bewähren. Damit erweitert das japanische Unternehmen sein Konzept der sinnvollen Automation („genau da, wo es klemmt“) auf die Medizin- und Pharmatechnik. „Dies ist eine konsequente Weiterentwicklung bestehender Roboterklassen, bei der bewährte Technik auf einen für Roboter jungen Markt adaptiert wird“, erläutert Stumpf. „Darum sind wir stolz auf das erreichte Resultat.“

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