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SGL Carbon mit bestem operativem Ergebnis seit mehr als zehn Jahren

Geschäftsjahr 2023 als Investitions- und Stabilisierungsjahr erwartet

23.03.2023 - Die SGL Carbon hat in einem herausfordernden Marktumfeld Umsatz und Ergebnis nach 2021 auch im Geschäftsjahr 2022 nochmals verbessern können. Zu diesem Erfolg haben alle vier Geschäftsbereiche beigetragen.

Der Umsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 12,8% auf 1.135,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1.007,0 Mio. EUR). Wesentlich für den Umsatzanstieg waren sowohl Volumeneffekte als auch die erfolgreiche Umsetzung von Preisinitiativen zum Ausgleich gestiegener Rohstoff-, Energie- und Transportpreise. Mit 23,4% verbesserte sich das bereinigte EBITDA (EBITDApre) überproportional zum Umsatz und betrug im Geschäftsjahr 2022 172,8 Mio. EUR (Vorjahr: 140,0 Mio. EUR). Gestiegene Umsätze sowie eine damit verbundene höhere Auslastung trugen ebenso zur Ergebnisverbesserung bei wie die Fokussierung auf Marktsegmente mit höherem Margenpotenzial.

„Wir haben auch in 2022 geliefert. Die Umsatz- und Ertragskennzahlen 2022 bestätigen die erfolgreiche Transformation unserer SGL Carbon. In den letzten zwei Jahren konnten wir unseren Umsatz um 23,5% erhöhen und unser bereinigtes EBITDA sogar um 86,2% verbessern. In 2022 beträgt die bereinigte EBITDA-Marge 15,2%. Damit haben wir unsere in 2020 aufgestellten Mittelfristziele für 2025 bereits Ende 2022 nahezu erreicht. Ein großartiger Erfolg für die gesamte SGL-Belegschaft“, führt CEO Torsten Derr aus.

Ergebnisentwicklung der SGL Carbon

Zum Anstieg des bereinigten EBITDA um 32,8 Mio. EUR auf 172,8 Mio. EUR hat insbesondere der Geschäftsbereich Graphite Solutions (+30,6 Mio. EUR) beigetragen. Die Geschäftsbereiche Composite Solutions (+7,9 Mio. EUR) und Process Technology (+5,2 Mio. EUR) trugen ebenfalls zur Verbesserung der Profitabilität bei. Der Geschäftsbereich Carbon Fibers konnte zwar den Wegfall eines lukrativen Liefervertrags mit einem Automobilkunden durch neue Aufträge aus der Windenergie umsatzseitig ausgleichen, jedoch wiesen diese Umsätze ein deutlich geringeres Margenniveau auf. Entsprechend sank das bereinigte EBITDA dieses Bereichs um 11,2 Mio. EUR auf 43,2 Mio. EUR (Vorjahr: 54,5 Mio. EUR).

Unter Berücksichtigung von saldierten Einmaleffekten und Sondereinflüssen in Höhe von 8,9 Mio. EUR (Vorjahr: 30,7 Mio. EUR) sowie der Abschreibungen in Höhe von 60,8 Mio. EUR (Vorjahr: 60,3 Mio. EUR) betrug das berichtete EBIT 120,9 Mio. EUR (2021: 110,4 Mio. EUR). Dies entspricht einem Anstieg von 9,5%.

Aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung, den Erfolgen der Transformation sowie nicht operativen Einmaleffekten und Sondereinflüssen (8,9 Mio. EUR), ergibt sich in 2022 ein positives Konzernergebnis von 126,9 Mio. EUR (Vorjahr: 75,4 Mio. EUR). Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Konzernergebnis einen Steuerertrag in Höhe von 31,3 Mio. EUR enthält (Vorjahr: minus 6,2 Mio. EUR). Diese Entwicklung resultiert maßgeblich aus Bewertungsanpassungen auf aktive latente Steuern in Höhe von 41,8 Mio. EUR basierend auf der guten Geschäftsentwicklung verbunden mit positiven Ertragsaussichten in den USA. Die laufenden Steueraufwendungen betrugen in 2022 11,4 Mio. EUR (Vorjahr: 11,9 Mio. EUR).

Nettofinanzschulden und Eigenkapital
Im Geschäftsjahr 2022 konnten die Nettofinanzschulden deutlich um 17,2% auf 170,8 Mio. EUR gegenüber dem Jahresende 2021 (206,3 Mio. EUR) reduziert werden. Wesentlich für den Rückgang ist die Rückzahlung von Finanzschulden in Höhe von 29,0 Mio. EUR. Der Free Cashflow verminderte sich in 2022 von 111,5 Mio. EUR auf 67,8 Mio. EUR. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr Mittelzuflüsse aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke von 30,6 Mio. EUR im Free Cashflow enthalten waren.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich nach 2021 nochmals Ende 2022 auf 38,5% (Vorjahr: 27,0% I 2020: 17,5%). Aufgrund der deutlich verbesserten Ertragslage stieg auch die Kapitalrendite (ROCE) von 8,0% im Vorjahr auf 11,3% in 2022.

„Im Geschäftsjahr 2022 haben wir die finanzielle Basis der SGL Carbon weiter verbessert. Durch die Reduzierung der Nettoverschuldung betrug der Verschuldungsfaktor Ende 2022 1,0 nach 1,5 zum 31.12.2021. Besonders stolz sind wir auf die vorzeitige Refinanzierung unserer Wandelschuldverschreibung im September 2022. Die schnelle Platzierung der neuen Wandelschuldverschreibung in einem volatilen Marktumfeld hat gezeigt, dass uns Investoren wieder vertrauen. Dies belegt auch die Anhebung des Moody‘s Corporate Family Ratings Anfang dieses Jahres von B3 auf B2“, erläutert Thomas Dippold, CFO der SGL Carbon.

Ausblick
„Fasst man unsere Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023 zusammen, so kann man es unter dem Leitsatz zusammenfassen: investieren und stabilisieren“, kommentiert CFO Thomas Dippold die Prognose für 2023.

Für das Geschäftsjahr 2023 geht man auch weiterhin von einer guten Nachfrage nach unseren Materialien und Produkten aus. Insbesondere wird erwartet, dass der Bedarf nach Spezialgraphit-Produkten für Hochtemperaturprozesse z.B. in der Halbleiter-, Solar- und LED-Industrie weiter zunehmen wird. Im Gegenzug werden der erstmalige Ganzjahreseffekt aus dem Auslaufen eines Liefervertrags mit einem Automobilkunden im Carbonfaserbereich sowie der Verkauf des Geschäftes in Gardena (USA) die Umsatzentwicklung belasten.

„Der zunehmende Bedarf an Hochleistungshalbleitern u.a. für die Elektromobilität oder bei erneuerbaren Energieformen wird auch die Nachfrage nach Bauteilen aus Spezialgraphit zur Herstellung dieser Halbleiter beflügeln. Um von den damit verbundenen Chancen profitieren zu können, werden wir unsere Produktionskapazitäten in diesem Bereich ausweiten und in 2023 einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Dies werden wir basierend auf bestehenden Lieferbeziehungen teilweise gemeinsam mit unseren Kunden umsetzen“, erläutert CEO Torsten Derr.

Auf der Kostenseite SGL für 2023 weiterhin von Energie- und Rohstoffpreisen auf hohem Niveau sowie deutlichen Lohnerhöhungen aus. Die Prognose impliziert, dass die Faktorkostensteigerungen zumindest teilweise durch Preisinitiativen an die Kunden weitergegeben werden können.

Basierend auf den dargelegten Annahmen erwartet man für das Geschäftsjahr 2023 einen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und ein bereinigtes EBITDA zwischen 160 – 180 Mio. EUR. Mittelfristig (bis 2027) geht man von einer weiteren Verbesserung einer bereinigten EBITDA-Marge auf 18% bis 19% aus.

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