kjVIs bauen Brücken zwischen Schule, Hochschule und Industrie

Die kreativen jungen Verfahrensingenieure in der GVC feiern 20. Geburtstag

  • © VDI-GVC/kjVI© VDI-GVC/kjVI
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  • Die aktiven kjVI`s im Frühjahr 2017 © kjVI
  • Ideenexpo 2017 © PetraKirstein

Sie organisieren den ChemCar-Wettbwerb und das Studenten- und Doktoranden-Programm bei den ProcessNet-Jahrestagungen: Im Jahr 2017 feiern die kjVIs 20. Geburtstag.

Die kjVI sind eine Gruppe von heute mehr als 20 aktiven Studierenden und Doktoranden aus den Bereichen Verfahrenstechnik und Chemie­ingenieurwesen, die sich unter dem Dach der VDI-GVC ehrenamtlich engagieren. Die Mitglieder der kjVI verbindet der Wunsch, sich über das Studium und den Beruf hinaus für ihre Fachrichtung aktiv einzusetzen, um Brücken zu bauen zwischen Schule, Hochschule und Industrie. Getreu diesem Netzwerkgedanken bilden die kjVI ein eigenes Netz, das Mitglieder verschiedener Hochschulen in ganz Deutschland verbindet. Auf regelmäßigen halbjährlichen Treffen an wechselnden Orten werden Ideen ausgetauscht, Aktionen geplant, die Aufgaben verteilt und persönliche Kontakte geknüpft.
Koordiniert wird die Arbeit der kjVI von zwei Vorsitzenden, die jeweils für die Dauer von zwei Jahren gewählt werden. Darüber hinaus sind die Vorsitzenden Ansprechpartner nach außen und bilden die Schnittstelle zur VDI-GVC und zu ProcessNet, der gemeinsamen Initiative von Dechema und VDI-GVC. Die kjVI sind eine wichtige Einheit innerhalb der VDI-GVC und werden von den jeweiligen kjVI-Vorsitzenden im hochrangig besetzten GVC-Beirat repräsentiert. Außerdem sind die kjVI Mitglied in der ProcessNet-Fachgemeinschaft Bildung und Innovation sowie der ProcessNet-Fachgruppe für Aus- und Fortbildung, in denen sie studentische Interessen vertreten.

Wie entstanden die kjVI?
Vor 20 Jahren war in den Bereichen Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen ein deutlicher Rückgang der Studierendenzahlen zu verzeichnen – ein Nachwuchsmangel in der chemischen Industrie zeichnete sich ab. Hinzu kam, dass viele junge Absolventen den Berufseinstieg in anderen Branchen suchten. Um diesem Trend entgegen zu wirken, schlug Dr. Ronald Oertel im GVC-Vorstand vor, eine Gruppe junger Ingenieure damit zu beauftragen, das Interesse an dem Fachbereich gerade unter den frisch gebackenen Hochschulabsolventen zu wecken und Kontakte zur chemischen Industrie zu ermöglichen. Die Geburtsstunde der kreativen jungen Verfahrensingenieure (kjVI) hatte geschlagen. Unter dem Dach der kjVI fanden sich Doktoranden und Studierende zusammen, die unter der Leitung der damals ersten Vorsitzenden Tanja Allers gemeinschaftlich Konzepte entwickelten, um den Studierenden das Berufsbild eines Ingenieurs in der chemischen und verfahrenstechnischen Industrie näher zu bringen. Gleichzeitig wurde angestrebt den Austausch zwischen dem Nachwuchs und der Industrie zu stärken.

ChemCar-Wettbewerb
Seit nunmehr elf Jahren wird der ChemCar-Wettbewerb jährlich von den kjVI in Deutschland ausgerichtet. Das Grundkonzept wurde der Chem-E-Car-Competition des AlChE entliehen und von Prof. Kunz und Prof. Turek von der TU Clausthal als Idee für die GVC/Dechema-­Jahrestagung 2006 in Wiesbaden angeregt. Auf Einladung des Organisationsteams traten 2006 erstmals acht Studierendenteams von unterschiedlichen deutschen bzw. deutschsprachigen (TU Graz) Universitäten gegeneinander an. Das Organisationsteam bestand aus Prof. Turek, TU Clausthal, und Prof. Agar, TU Dortmund, als Hochschulvertreter, Vertretern von Dechema und VDI-GVC als offizielle Veranstalter sowie Almut Sanchen, Antje Hansmeier und Donata Fries seitens der kjVI, denen wir für die Etablierung des Wettbewerbes sehr dankbar sind.
Die Erarbeitung eines Konzepts, der Bau des Fahrzeugs und die Teilnahme am Wettbewerb werden heute an vielen Universitäten als Studienleistung anerkannt. Die Bekanntheit des Wettbewerbs überwand bereits 2009 die Grenzen des deutschsprachigen Raums, sodass bis heute Teams aus Polen, Iran, Indonesien und, erstmalig in diesem Jahr, aus Peru antreten konnten. Besonders freut es uns, dass die TU Lodz aus Polen seit 2013 jedes Mal dabei ist.
Das Regelwerk für den Wettbewerb wird stetig angepasst, um den Wettbewerb fair und spannend zu halten. Ein wichtiger Bestandteil des Wettbewerbs, der die Studierenden jedes Jahr aufs Neue herausfordert, ist die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes. Die Prüfung der Sicherheitskonzepte erfolgt dabei bereits seit 5 Jahren durch zwei Mitarbeiter der Firma Inburex Consulting, bei der wir uns an dieser Stelle nochmals besonders bedanken möchten. Auch nach 11 Jahren ist und bleibt der ChemCar-Wettbewerb eine beeindruckende Veranstaltung, von der nun das dritte Jahr in Folge professionell durch die 4 Könige UG ein kurzer Film erstellt wird. Die Aufnahmen stehen online unter www.chemcar.de und www.vdi.de/chemcar zur Verfügung.

Studenten- und Doktoranden-Programm
Im Jahr 1999 fand das erste von den kjVI organisierte Studenten- und Doktoranden-Programm auf der Jahrestagung der GVC in Leipzig statt. Seither ist es fester Bestandteil der ProcessNet-Jahrestagungen. Der Grundgedanke ist, den Kontakt zwischen zukünftigen Absolventen einerseits sowie Unternehmen andererseits herzustellen. Dabei sollen Berührungsängste abgebaut und den Studierenden ein Eindruck von ihren zukünftigen Tätigkeiten vermittelt werden. Ein wichtiger Bestandteil des Programms sind daher Vorträge von Industrievertretern zur Vorstellung des eigenen Unternehmens sowie persönliche Erfahrungsberichte von Berufseinsteigern. Aber auch Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder ehrenamtliche Entwicklungshilfe als Verfahrensingenieur haben ihren Platz im Programm. Seit einigen Jahren haben sich Workshops, z. B. zur Prozessentwicklung oder zum Lebenslaufcheck, als sehr beliebte Programmpunkte etabliert. Zusätzlich wird eine Führung über die Firmenausstellung angeboten, bei der sich die Unternehmen den Studierenden präsentieren und einen ersten Kontakt für ein erfolgreiches Recruiting aufbauen können.

Dechemax und IdeenExpo
Neben den Aktivitäten der kjVI innerhalb der verfahrenstechnischen Community ist ein weiteres Ziel, die Bekanntheit der Verfahrenstechnik nach außen hin zu steigern. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Nachwuchsgewinnung an Schulen. Schülerinnen und Schüler sollen für chemisch-technische Fragestellungen begeistert und über die spannenden Studienmöglichkeiten an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Technik informiert werden. Dazu sind die kjVI regelmäßig auf der Ideen­Expo Hannover vertreten, wo sie im direkten Kontakt mit Schülern, Lehrern und Eltern von ihren Erfahrungen und ihrer Begeisterung für Verfahrenstechnik berichten. Mit den ChemCar-Exponaten sind die kjVI eine große Attraktion auf dem VDI-Gemeinschaftsstand und machen die Schüler so erstmals auf diese Berufsfelder aufmerksam. Weitere Informationen für Schüler hält die Broschüre „Neugierig auf“ bereit, die bei den kjVI kostenlos angefordert werden kann.
Der Dechemax-Schülerwettbewerb der Dechema wird von den kjVI regelmäßig durch die Erarbeitung einer Aufgabe unterstützt. Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs beschäftigen sich Schüler mit chemisch-technischen Fragestellungen und führen selbstständig kleine Experimente durch. Die jeweils besten Teilnehmer eines Jahrgangs werden zur Siegerehrung auf die Achema oder die ProcessNet-Jahrestagung eingeladen.

Und in Zukunft? chemPLANT – Ein neuer Wettbewerb!
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der aktiven kjVI kontinuierlich bis auf heute 24 Studierende angewachsen. Für die Zukunft haben die kjVI daher schon eine neue Herausforderung ins Auge gefasst. Mit chemPLANT soll neben ChemCar ein weiterer Studierendenwettbewerb etabliert werden.
Dabei sollen die Teilnehmer ihr Wissen und ihre Kreativität durch das Lösen einer praxisnahen Projektaufgabe, die von Industriepartnern vorgegeben wird, unter Beweis stellen. Damit bauen die kjVI eines ihrer Hauptziele weiter aus und bringen junge Ingenieure erneut in Kontakt mit den Unternehmen der chemischen Indus­trie. Die Konzeptvorstellung im GVC-Beirat und das positive Feedback der hochkarätigen Vertreter aus Industrie und Hochschule haben gezeigt, wie groß das Interesse an diesem neuen Wettbewerb ist. Offen ist zurzeit allerdings noch der Schwerpunkt des Wettbewerbs. Die ursprüngliche Idee, die Studierenden mit einer klassischen verfahrenstechnischen Aufgabe zu konfrontieren, wie der Konzeptionierung einer Anlage oder der Optimierung eines Prozesses, wurde ergänzt durch den Gedanken, den Fokus verstärkt auf Anforderungen an die Anlagentechnik der Zukunft zu legen. Das Interesse der Chemie-Unternehmen an innovativen Ideen, konstruktivem Querdenken „out of the box“ und Konzepten für die „Chemieanlage 2050“ ist groß und motiviert das Organisationsteam sehr.

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