Condition Monitoring und Logistik im Fokus

Pepperl+Fuchs und SAP kooperieren für die Prozessindustrie

  • Gunther Kegel, CEO von Pepperl+Fuchs: „Wir wollen den Betreibern Lösungen auf Grundlage der Namur Open Architecture anbieten.“Gunther Kegel, CEO von Pepperl+Fuchs: „Wir wollen den Betreibern Lösungen auf Grundlage der Namur Open Architecture anbieten.“

SAP und Pepperl+Fuchs intensivieren ihre IoT-Kooperation für die Prozessindustrie. Die Zusammenarbeit erfolgt bei der abgestimmten Entwicklung von gemeinsamen Lösungen und bei Vertrieb und Implementierung. Gunther Kegel, CEO von Pepperl+Fuchs, äußert sich im CHEManager Interview zu den Zielen dieser Zusammenarbeit. Die Fragen stellte Volker Oestreich.

CHEManager: SAP und Pepperl+Fuchs haben auf der Achema bekannt gegeben, ihre IoT-Kooperation in der Prozessindustrie zu intensivieren. Wie genau sieht diese Kooperation aus und auf welche Bereiche fokussiert sie sich?

G. Kegel: In unserer Kooperation legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Themen Condition Monitoring und Predictive Maintenance für Produktionsanlagen. Hier steht die Reduktion von Betriebs- und Instandhaltungskosten im Mittelpunkt, zum Beispiel durch Vermeiden oder Verkürzen von Stillstandzeiten. Pepperl+Fuchs und das Tochterunternehmen Neoception liefern Komponenten für eine abgestimmte IoT-Kommunikation zwischen Feldgeräten und der Innovationsplattform SAP Leonardo. In diese Plattform können Apps und Analysetools von Feldgeräteherstellern nahtlos integriert werden. Damit ermöglicht SAP ein optimales Zusammenspiel zwischen den Betriebs- und Instandhaltungsprozessen der fertigenden Unternehmen einerseits und den Service-Prozessen der Feldgerätehersteller andererseits.

Welche besonderen Benefits können Sie für Ihre Kunden durch die Zusammenarbeit mit SAP bereitstellen?

G. Kegel: Wir wollen den Betreibern von prozesstechnischen Anlagen Lösungen auf Grundlage von NOA, der Namur Open Architecture, anbieten. Zur Optimierung der Anlagen-Performance werden darin Informationen bereitgestellt, die bereits in den Feldgeräten vorhanden sind, bisher aber meist ungenutzt blieben.

Ein ganz wichtiger Punkt ist unsere IoT-Lösung für die Logistik von Produkten aus kontinuierlichen Prozessen.

Das Ziel ist ein effizientes Behältermanagement, um die optimale Nachschubversorgung vom Produzenten bis zum Endabnehmer zu gewährleisten. Pepperl+Fuchs liefert dazu die autonome Füllstandsensorik mit drahtloser Anbindung an die SAP Cloud Plattform.

Durch die Zusammenarbeit bringen wir die Integration von IT und OT einen großen Schritt voran. Damit erschließen wir den Mehrwert, den moderne Feldgeräte generieren können, auch für die betriebswirtschaftliche Ebene.

In wieweit sind Ihre Kunden in der Prozessindustrie bereit für diese IoT-Lösungen?

G. Kegel: Das Konzept NOA zeigt ganz deutlich, wie intensiv sich die Prozessindustrien mit dem Thema IIoT oder Industrie 4.0 befassen. Dass in den Daten und Messwerten der Feldgeräte und Anlagenmodule der Prozessindustrie zusätzliche, wertvolle Informationen „schlummern“, ist den Verantwortlichen längst klar. Die Erreichbarkeit dieser Informationen wird allerdings durch die eingebetteten Schutzfunktionen und den dadurch heute etablierten Aufbau von Prozessautomationssystemen erschwert. Prozessleittechnik ist heute nicht nur für den effizienten Ablauf der Prozesse zuständig. Umweltschutz, funktionale Betriebssicherheit, Explosionsschutz und Datensicherheit sind heute integraler Bestandteile einer Automatisierungslösung. Es ist deshalb sinnvoll, diese geschlossenen Systeme nicht bedenkenlos zu öffnen, um Zugang zu verfügbaren Daten zu bekommen. Die NAMUR Open Architecture schlägt deshalb einen parallelen Ast vor, der Daten lesen oder ggf. selbst generieren kann aber die grundlegende, sichere Automatisierungslösung unverändert lässt.

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