Mittelstand und Digitalisierung

Potenzial digitaler Technologien in der Produktion

Neue digitale Technologien sind für fast alle Unternehmen relevant. Die mittelständischen Chemie- und Pharmaunternehmen sehen hier vor allem Potenzial bei der Optimierung der bestehenden Produkte (63 %) und der Steuerung der Produktion (59 %), häufig verbunden mit mehr Flexibilität (53 %). Dies ergab die aktuelle Studie der Commerzbank-Mittelstands­initiative Unternehmerperspektiven "Transformation trifft Tradition", für die über 4.000 Unternehmer – darunter gut 1.400 aus der Chemie- und Pharma­industrie – befragt wurden.

Digitale Transformation braucht Lernbereitschaft    

Ob die digitale Transformation in Unternehmen gelingt, ist vor allem eine Frage der Einstellung – der Unternehmensführung und der Belegschaft. Aus Sicht der Unternehmen kommt es vor allem auf die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen (74 %) an, auf eine innovationsfördernde Fehlerkultur (65 %) und ein gutes Klima zur Entwicklung von neuen Ideen (60 %). Darüber hinaus wird das Management von Diversität wichtiger (68 %), z. B. bei heterogenen und altersgemischten Teams. Der digitale Wandel erfordert Offenheit für Expertise von außen und die Bereitschaft zur Kooperation – auch mit Wettbewerbern. Ohne Einflüsse von außen sind echte disruptive Innovationen nicht möglich.

Personalmangel behindert digitalen Wandel    

Der Fachkräftemangel führt in der chemisch-pharmazeutischen Industrie vor allem zu Effizienzproblemen: 40 % der Unternehmen fühlen sich im Bemühen um Kostensenkung und mehr Effizienz ausgebremst. Auch die Digitalisierung wird durch den Mangel an entsprechend qualifiziertem Personal behindert; die Branche ist hiervon allerdings seltener betroffen als der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt. 34 % der Unternehmen haben Probleme, digitale Technologien in die Unternehmensabläufe einzubinden.

22 % fühlen sich bei der Umsetzung neuer digitaler Geschäftsideen gebremst. 20 % sehen sich bei der Entwicklung neuer Produkte auf Basis digitaler Technologien behindert.

Personalbedarf vor allem bei Professionals    

Die digitale Transformation wird im deutschen Mittelstand zu einem Zuwachs an Arbeitsplätzen führen. 43 % aller befragten Firmen rechnen mit einem steigenden, 48 % mit einem gleichbleibenden Personalbestand. In der Chemie- und Pharmabranche besteht insgesamt hoher Bedarf an gut qualifiziertem und berufserfahrenem Personal. Auszubildende (44 %) und Fachkräfte (48 %) mit gerade abgeschlossener Ausbildung werden häufig gesucht, aber etwas seltener als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Hochschulabsolventen werden hingegen etwas stärker nachgefragt (plus 4 Prozentpunkte). Besonders groß ist der Personalbedarf bei qualifizierten Arbeitskräften mit mehrjähriger Berufserfahrung (71 %).

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