Top-Pharmaunternehmen

(CHEManager 18/2016)     Umsatzwachstum durch Währungseffekte und Biotechnologie     Die Umsätze der Top-21-Pharmaunternehmen stiegen im Jahr 2015 um 18,7 % auf 429,14 Mrd. EUR. Die zweistellige Wachstumsrate ist in erster Linie auf die günstigen Wechselkurse zwischen US- und europäischer Währung zurückzuführen. Korrigiert auf konstante Wechselkurse verbleibt lediglich ein Wachstum von 3,7 %, das noch unter der Wachstumsrate des Jahres 2014 (4,2 %) liegt.
Die europäischen Big-Pharmaunternehmen halten einen Umsatzanteil von 43,7 % (187,4 Mrd. EUR), sie liegen damit nur knapp hinter den USA mit 49,2 % (211,3 Mrd. EUR) und vor Japan mit 7,1 % (30,4 Mrd. EUR). Dies ergab eine aktuelle Analyse der Finanzkennzahlen der Top-21-Pharmaunternehmen durch das Beratungsunternehmens EY Ernst & Young.
Mit dem größten Umsatzsprung (+70 %) in der ansonsten weitgehend gleichbleibenden Rangfolge im Vergleich zum Vorjahr hat Gilead, das von Position 9 auf 4 vorrücken konnte, auch erheblichen Einfluss auf das Umsatzwachstum des US-Pharmasektors insgesamt.
Im Jahr 2015 lagen drei der vier Big-Biotechunternehmen beim Umsatzwachstum mit Werten zwischen 10 – 70 % an der Spitze aller Top-21-Pharmaunternehmen. Unter den Pharmaunternehmen erzielte Bayer mit 10,8 % den höchsten prozentualen Umsatzzuwachs.

Onkologie ist umsatzstärkstes Therapiegebiet     Der höchste Umsatz entfiel 2015 erneut auf den Verkauf von Krebsmedikamenten. Allein 115,7 Mrd EUR wurden in diesem Marktsegment umgesetzt, 27,7 % des Gesamtpharmaumsatzes. 19 der Top-21-Firmen sind auf diesem Therapiegebiet aktiv. Mit deutlichem Abstand folgen Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf- und metabolischen Erkrankungen mit einem Umsatzanteil von 20,3 %. Der größte Umsatzsprung (+81 %) war bei Medikamenten zur Behandlung von Infektionskrankheiten zu verzeichnen; deren Anteil stieg in den letzten beiden Jahren auf 13,1 %.

Dahinter steckt vor allem der Erfolg von Gilead mit neuen Therapieansätzen für HCV und HIV.

Pharmaforschung steigert Produktivität     Die Entwicklungspipelines der Top-21-Pharmaunternehmen haben sich seit 2013 signifikant gefüllt. Die Zahl der Wirkstoffe in den verschiedenen Entwicklungsphasen ist in diesem Zeitraum um fast 50 % gestiegen – ein klarer Produktivitätsanstieg. Dabei kamen insbesondere in den frühen klinischen Phasen deutlich mehr Wirkstoffe in die Testung. So wurde die Zahl der Produktkandidaten in Phase I fast verdoppelt, in Phase II – der entscheidenden „Proof of Concept“-Phase in der Anwendung am Menschen – stieg die Zahl um 57 %. Am Ende der Innovations-Pipeline gab es deutliche Fortschritte. Leider setzte sich diese Dynamik nicht gleichermaßen in den zulassungsnahen Phasen und in der Zulassung selbst fort.

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