VCI: Flaute im deutschen Chemiegeschäft

Branchenumsatz stagniert, Unternehmen rechnen nicht mit einer Belebung, Produktionsrückgang um 6% für Gesamtjahr erwartet

  • Hauptursache für die Flaute im Chemiegeschäft im 2. Quartal war die deutsche Industrieproduktion, die das vierte Quartal in Folge zurückging. (Foto: Getty Images/WILEY, Marcin Niemiec/Shutterstock)Hauptursache für die Flaute im Chemiegeschäft im 2. Quartal war die deutsche Industrieproduktion, die das vierte Quartal in Folge zurückging. (Foto: Getty Images/WILEY, Marcin Niemiec/Shutterstock)

Das zweite Quartal 2019 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie enttäuschend verlaufen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlicht hat. Produktion und Kapazitätsauslastung in Deutschlands drittgrößter Industriebranche gingen demnach leicht zurück. Deshalb stagnierte der Umsatz, obwohl die Preise für Chemie- und Pharmaprodukte erneut zulegten. Hauptursache für die verhaltene Chemiekonjunktur war die deutsche Industrieproduktion, die das vierte Quartal in Folge zurückging. Das sorgte für eine schwächere Inlandsnachfrage nach Chemikalien. Auch aus Europa, dem wichtigsten Auslandsmarkt, gingen zuletzt weniger Bestellungen ein. Aus diesem Grund konnte das Auslandsgeschäft insgesamt nur leicht zulegen.

VCI-Präsident Hans Van Bylen sagt zur Lage der chemisch-pharmazeutischen Industrie: „Die erwartete Erholung der deutschen Industriekonjunktur in der zweiten Jahreshälfte bleibt aus. Die Unternehmen rechnen aktuell nicht mehr mit einer Belebung des deutschen und europäischen Chemiegeschäfts. Vom Handel mit den USA und Asien sind wegen der geopolitischen Risiken nur geringe Wachstumsimpulse zu erwarten.“

Prognose
In diesem Umfeld geht der VCI nun für 2019 von einem Produktionsrückgang in der Chemie- und Pharmaindustrie um 6% aus. Die Chemikalienpreise steigen im Gesamtjahr voraussichtlich um 1%. Der Branchenumsatz wird um 5% auf rund 193 Mrd. EUR sinken.

Produktion
Im zweiten Quartal 2019 ist die Chemieproduktion im Vergleich zum Vorquartal um 0,7% zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Produktion um 8,8%, wobei dieser Wert durch den bekannten Sondereffekt im Pharmabereich überzeichnet ist. Die Kapazitätsauslastung der Branche verringerte sich auf 83,4%.

Erzeugerpreise
Chemisch-pharmazeutische Produkte haben sich im zweiten Quartal 2019 um 0,6% verteuert. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Preissteigerung 1,8%.

Umsatz
Der Branchenumsatz stagnierte von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal bei 48 Mrd.

EUR. Im Inland gingen die Erlöse wegen der schwachen Industriekonjunktur um 1% zurück, während das Auslandsgeschäft um 0,8% zulegen konnte. Das Vorjahresniveau verfehlte der Branchenumsatz mit einem Minus von 4,3% deutlich.

Beschäftigung
Die Beschäftigtenzahl in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist im zweiten Quartal 2019 stabil geblieben. Die Unternehmen der Branche haben derzeit 464.800 Mitarbeiter. Das ist ein Plus von 0,5% im Vergleich zum Vorjahr.

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