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Elliott fordert bei Celesio-Übernahme mehr

10.12.2013 -

Die amerikanische Investmentfirma Elliott droht die rund 6 Mrd. € teure Übernahme des Stuttgarter Pharmahändlers Celesio scheitern zu lassen. Wenn der US-Pharmakonzern McKesson seine Offerte nicht aufbessere, werde Elliott ihm seine Anteile an Celesio nicht verkaufen, erklärte die Investmentgruppe von Paul E. Singer am Dienstag. Elliott hält inzwischen - Wandelanleihen eingerechnet - 22,7% an Celesio und hat mit dem 800 Mio. € schweren Paket die Fäden bei der Übernahme in der Hand. McKesson muss bis zum 9. Januar mindestens 75% der Celesio-Anteile und von zwei Wandelanleihen einsammeln, damit die Übernahme klappt. Im Windschatten von Elliott haben sich weitere Hedgefonds bei den Schwaben eingekauft, die ebenfalls auf mehr Geld hoffen.

McKesson bietet den Celesio-Aktionären 23 € je Aktie. An der Börse wird nun ein Scheitern einkalkuliert. Die im MDax notierte Aktie verlor 0,6% auf 22,96 € und sank damit erstmals seit der Ankündigung der Offerte unter das Niveau der Kauf-Offerte.

"Elliott ist der Überzeugung, dass das Angebot von McKesson für Celesio das Unternehmen substanziell zu niedrig bewertet und nicht im Sinne der Celesio-Aktionäre und Anleihegläubiger ist", erklärte der streitbare Investor. McKesson mache auch dann noch ein gutes Geschäft mit Celesio, wenn die Amerikaner mehr bezahlten. Bei welchem Angebot Elliott einschlagen würde, sagte der Investor nicht.

Elliott fürchtet offenbar nicht, dass der Kurs der Celesio-Aktie nach einem Rückzieher von McKesson einbrechen könnte. Die Einzelteile des MDax-Konzerns seien mehr wert als der Gesamtkonzern. Daraus ergäben sich strategische Alternativen zu einer Komplettübernahme: Das Großhandelsgeschäft könne an einen strategischen Bieter verkauft werden. Die eigenen Apotheken, die Celesio in Großbritannien und Skandinavien besitzt, könnten dann etwa an einen Finanzinvestor gehen, hieß es in Finanzkreisen. Ob es dafür einen konkreten Interessenten gibt, ließ Elliott offen. Die Apothekenkette Alliance Boots, direkter Rivale der Celesio-Kette Lloyds, gehörte zwischenzeitlich zu großen Teilen dem US-Finanzinvestor KKR.

Der Duisburger Mischkonzern Haniel - mit 50,01% größter Celesio-Aktionär - stellt sich weiterhin hinter die Übernahme durch McKesson. "Wir halten an unseren Plänen fest, unsere Celesio-Anteile an McKesson zu verkaufen", sagte ein Sprecher. Haniel winken aus dem Verkauf rund 2 Mrd. €. Damit wollen sich die Duisburger entschulden und anschließend mit kleineren Zukäufen breiter aufstellen. Celesio lehnte eine Stellungnahme zum Vorgehen von Elliott ab.

Der Poker von McKesson mit den Hedgefonds um eine mögliche Aufstockung dürfte sich bis kurz vor Ablauf der Angebotsfrist Anfang Januar hinziehen. Technisch wäre eine Aufstockung leicht möglich: McKesson müsste nur eine Celesio-Aktie zu mehr als 23% kaufen, dann gälte der neue Preis für alle anderen Aktionäre. Einen Verzicht auf die 75%-Quote haben die Amerikaner offiziell ausgeschlossen.

In einem ähnlichen Fall hatte Elliott doch noch eingelenkt: Der 24 Mrd. US-$ schwere US-Fonds hatte die Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone letztlich nicht blockiert, obwohl die Briten ihr Angebot nicht aufstockten. Doch damals hatte Elliott nur durch Aktienkäufe öffentlich auf sich aufmerksam gemacht und sich nicht zu seinem Verhalten geäußert.

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