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Tarifrunde Kautschuk steckt fest

25.04.2018 -

Die Tarifverhandlungen für die rund 25.000 Beschäftigten in der Kautschukindustrie sind am Mittwoch ohne Ergebnis geblieben. Die Arbeitgeber legten überraschend kein Angebot vor. „Die Arbeitgeber haben damit die Chance vertan, zügig in konkrete Verhandlungen zu kommen. Das ist enttäuschend“, sagte Marc Welters, Verhandlungsführer der IG BCE. Die Verhandlungen werden am 23. Mai in Hannover fortgesetzt.

„Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, es werden in großer Zahl Überstunden gemacht. Doch die Arbeitgeber zeichnen ein düsteres Bild der Branche. Sie sind gut beraten, rauszukommen aus dem Jammertal und in der zweiten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen,“ fordert Marc Welters.

Die Lage der Kautschukindustrie ist nach wie vor gut. Umsatz, Produktion und Produktivität sind deutlich gestiegen. In einer Umfrage der IG BCE unter Betriebsräten bewerten 67% die aktuelle Auftragslage als besser im Vergleich zum Vorjahr. Die Kapazitätsauslastung liegt bei 75% der Befragten bei mindestens 80%, bei der Mehrzahl sogar deutlich darüber.

Die IG BCE fordert eine Entgelterhöhung um 6% bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem soll die Betreuung von Kindern oder die Pflege Angehöriger Berücksichtigung finden, Arbeitszeiten sollen angepasst werden ähnlich wie es schon mit der Arbeitszeitverkürzung für Ältere möglich ist. Darüber hinaus sollen die Tarifunterschiede zwischen Ost und West beseitigt werden.