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Verfahren zur Identifikation chemischer Risiken in der Nahrungskette

13.07.2016 -

FoBiG hat zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (Fraunhofer ITEM) ein Verfahren zur Identifikation neu aufkommender chemischer Risiken in der Nahrungskette entwickelt und getestet. Das Projekt wurde im Auftrag der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchgeführt.

Das Prinzip des Verfahrens besteht in der Kombination des Expositionspotenzials und der toxischen Eigenschaften in einer Punkte- und Gewichtungsprozedur. Diese Prozedur bezieht sich auf unter REACh registrierte Chemikalien (≥ 1 000 t/a) und bewertet eine potenzielle Exposition über Nahrungsmittel. Das Verfahren evaluiert sechs individuelle Blöcke mit den Endpunkten Umweltexposition, Bioabbau, Anreicherung in Nahrungsmitteln, Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität und Gentoxizität (Kanzerogenität). Das Modell ACC-HUMANsteady wurde als Vorhersagemodell für die Bioakkumulation von Chemikalien in elf verschiedenen Nahrungs- bzw. Futtermitteln benutzt, um eingehende Informationen zu potenziellen Quellen neu aufkommender chemischer Risiken in der Lebensmittelkette zu erhalten. Während der Verfahrensentwicklung wurden (Q)SAR-Vorhersagen auf ihre Anwendbarkeit überprüft und sind als Bewertungselement in die Methodik aufgenommen worden.

Ein Folgeprojekt ist in Planung: Das Verfahren soll dabei auf alle unter REACh registrierte Chemikalien angewendet werden, um potenzielle, neu aufkommende chemische Risiken in der Nahrungskette zu identifizieren.