Optische Molekülfallen

Moleküle in Flüssigkeiten sind ständig in Bewegung. Das wird zum Problem, wenn sie an einer Stelle konzentriert werden sollen, um etwa bestimmte Reaktionen auszulösen oder um zu untersuchen, ob sie eine Bindung eingegangen sind. Bisher wurden in solchen Fällen Polymere und andere Strukturen als sog. "molekulare Anker" verwendet, an denen die untersuchten Moleküle anlagern können. Allerdings beeinflusst diese Methode die Moleküle und verfälscht unter Umständen die Versuchsergebnisse. Prof. Dieter Braun und Franz Weinert von der Ludwig-Maximilians-Universität München haben nun eine "nichtinvasive" optische Molekülfalle entwickelt. In der optischen Molekülfalle erzeugt ein fokussierter, infraroter Laserstrahl warme Punkte am Boden des Molekülbehälters. Es entsteht ein Temperaturgradient zwischen Oberfläche und Boden, an dem entlang die Moleküle nach oben wandern. Bewegt sich der Laserpunkt zusätzlich hin zur Behältermitte, transportiert die thermoviskose Pumpe die Flüssigkeit am Boden entlang zum Behälterrand. Das Resultat ist ein optisch betriebenes Förderband, das am Behälterboden nach außen, an der Oberfläche zur Mitte hin läuft. Die an der Oberfläche sitzenden Moleküle werden zur Mitte transportiert und sammeln sich dort. Die Methode hat den Vorteil, dass sich die Moleküle ohne äußere Einflüsse in ihrem "natürlichen Umfeld", der Flüssigkeit, konzentrieren. Mit dem optischen Förderband können sehr schnell hohe Konzentrationsunterschiede aufgebaut und auch wenige Nanometer kleine Moleküle transportiert werden. Das gibt u.a. die Möglichkeit, biologische und andere Moleküle zu charakterisieren.

Kontaktieren

Universität München - Lehrstuhl für angewandte Physik
Amalienstraße 54
80799 München
Germany
Telefon: +49 89 2180 2317
Telefax: +49 89 2180 2050

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.