Im Industriepark Höchst entsteht auf Initiative des französischen Pharmakonzerns Sanofi ein neues Laborkonzept.

  • Beim Lab 2.0 geht es  um das Teilen von Ideen sowie der Infrastruktur.Beim Lab 2.0 geht es um das Teilen von Ideen sowie der Infrastruktur.
  • Beim Lab 2.0 geht es  um das Teilen von Ideen sowie der Infrastruktur.
  • Im Labor der Zukunft nehmen die Interaktionsflächen einen großen Raum ein im Vergleich zur eigentlichen Laborfläche.

Im Industriepark Höchst entsteht auf Initiative des französischen Pharmakonzerns Sanofi ein neues Laborkonzept. Mit  einer radikale Neugestaltung von Arbeitsfläche und Kommunikationsmöglichkeiten soll die Innovationsfähigkeit verbessert werden. Rund 2 Mio. EUR hat sich das Unternehmen das erste „Pilot-Labor“ kosten lassen.

Ein Labor ist ein Labor ist ein Labor. Mit dieser Formel erklärt Stefan Krause, Leiter der Labortechnik von Sanofi, folgende Erkenntnis: Seit über 100 Jahren chemisch-pharmazeutischer Laborarbeit habe sich zwar viel im Detail getan, die grundsätzliche Dimensionierung und Art der Laborgestaltung habe sich jedoch weniger verändert, meint Krause zum Thema Labor der Zukunft. Im Gegensatz zur traditionellen Laborgestaltung haben sich die täglichen Aufgaben und Arbeitsanforderungen bei den Labormitarbeitern stark verändert, allen voran die durchschnittliche Präsenz im Labor. Eine unternehmensinterne Umfrage hatte ergeben, dass Labormitarbeiter im Schnitt nur noch zu etwa 30% direkt an Laborbank oder Abzug stehen.

Mitarbeiter stünden immer weniger an der Laborbank, lautet ein Fazit aus der Umfrage. Darin spiegelt sich die fortschreitende Automatisierung im Labor, aber auch die gestiegenen Anforderungen zur Dokumentation und nicht zuletzt der vermehrte  Austausch in Projektteams wieder. Damit werden im Laboralltag neue Technologien immer wichtiger, die neue Möglichkeiten der Kommunikation und Arbeit bieten und die in den Büroalltag längst Einzug gehalten haben. „Bei der Vorbereitung des Lab 2.0 ist uns eines besonders aufgefallen: die bestehenden Labore bieten zu wenig  Spielraum, um neue Ansätze schnell zu integrieren,“ sagt Karl-Heinz Baringhaus, Site Director in Frankfurt. „Der statische und geschlossene Ansatz bei Laboren ist ein zusätzlicher Killer für innovative Ansätze, da sie intransparent sind.“ Damit war die Vision für das Labor der Zukunft klar: Eine radikale Neugestaltung der Laborfläche, um die Innovationsfähigkeit zu verbessern.

Open Space und Open Innovation

Die Vision sollte nicht nur Wirklichkeit werden, sondern sollte von den Mitarbeitern mitentwickelt und vor allem mit gelebt werden.

Die Laborfläche wurde von Grund auf umgestaltet, um den Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden. Schnell wurde klar: beim Lab 2.0 geht es nicht um hierarchisches Abteilungsdenken, sondern um die Kooperation zur Innovation  und das Teilen von Ideen sowie der Infrastruktur. Alle Mitarbeiter waren sich einig, dass zukünftig teamorientiertes Arbeiten im Fokus stehen soll. Dazu sollten Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen, die für eine bestimmte Zeit an Projekten als Team arbeiten müssen, räumlich zusammengeführt.

Das erzeugt kurze Wege und klare und direkte Kommunikation. Da Labore nur eingeschränkt angepasst oder umgezogen werden können, zieht daher der Teamkollege um und schafft somit die nötige Flexibilität. Damit wird gewährleistet, dass Teams so platziert werden, dass diese für ihr Projekt das richtige Labor und alle notwendigen Ressourcen bekommen. Bei der Erarbeitung des Konzeptes für das Lab 2.0 zeigte sich der verstärkte Bedarf an Möglichkeiten zum informellen Austausch und spontaner Interaktion. Daher wurde bei der Gestaltung der Büro-, Kommunikations- und Gemeinschaftsbereiche besonders Wert auf offene Bereiche geachtet, die jeder Mitarbeiter zum Austausch nutzen kann. Zusätzlich gibt es auch „ruhigere Zonen“, in den Telefonkonferenzen oder konzentriertes Arbeiten ebenfalls möglich sind, ohne dass eine zu starke Abgrenzung erfolgt. 

Interaktion für mehr Teamgefühl und Platz für Partner

Die Interaktionsflächen nehmen einen großen Raum ein im Vergleich zur eigentlichen Laborfläche. Das spiegelt die Verschiebung von körperlicher zu mentaler und kommunikativer Arbeit wieder. Das Lab 2.0 ist kein „closed shop“ – weder für die Mitarbeiter noch für externe Partner, die ebenfalls im Laboralltag immer präsenter werden. „Eine cross-funktionale Zusammenarbeit ist für mich ein entscheidender Erfolgsfaktor. Mit den neuen Räumlichkeiten kann der abteilungsübergreifende Ansatz noch stärker gelebt werden“, sagt Forschungsleiter Prof. Jochen Maas. Zusätzlich erhalten externe Partner die Möglichkeit, auch räumlich am Laborkonzept teilzuhaben, so dass Arbeitsergebnisse schneller und besser übernommen und Wissen effizienter geteilt werden kann. „Damit öffnen wir uns für die Innovationen der Zukunft“, verspricht Maas. Insgesamt hat der Konzern in dieses erste „Pilot-Labor“ rund 2 Mio. EUR investiert, um auch in Zukunft am Standort wettbewerbsfähig zu sein und den Mitarbeitern ein effektives und modernes Arbeitsumfeld zu ermöglichen. (op)

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