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Innovationen als Erfolgsfaktor der Chemie

26.03.2013 -

Deutschland ist heute der weltweit drittgrößte Forschungsstandort der Chemie- und Pharmaindustrie. Außer in den USA und Japan wird nirgends mehr in Chemieforschung und -entwicklung (F&E) investiert als hier.

Deutschen Unternehmen gaben in 2011 insgesamt rund 9 Mrd. € für ihre F&E-Aktivitäten in Chemie und Pharma aus. Mehr als 40.000 Mitarbeiter tüftelten dabei in den Forschungslaboren der Branche an neuen Innovationen. Chemisches Know-how ist Grundlage für die Entwicklung neuer Materialien und Systeme, die wiederum Ausgangsbasis für neue Lösungen anderer Industriezweige, aber auch von neuen Arzneimitteln sind.

Um an der Weltspitze zu bleiben, sind in der deutschen Chemie in Zukunft noch größere Innovationsanstrengungen nötig

Mit Erfindungen können die Unternehmen neue Märkte erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Mit mehr F&E-Engagement kann außerdem die Produktion noch deutlicher auf forschungsintensivere Spezialchemikalien ausgerichtet werden. Diese werden in den kommenden Jahren weltweit noch stärker als heute für den Bau moderner Autos, Solarzellen oder anderer Alltagsgegenstände benötigt.
Das Innovationsgeschäft der deutschen Chemieunternehmen ist stark international ausgerichtet.

Betrachtet man die Chemiebranche ohne Pharma, tätigen die Unternehmen nach Berechnungen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) ein Viertel ihrer F&E-Ausgaben an Auslandsstandorten, in Summe 748 Mio. €. Dort forschen sie nah an den Bedürfnissen der jeweiligen Märkte.

Im Umkehrschluss ist der Großteil der deutschen Chemieinnovationen „Made in Germany".

Über 80 % der hiesigen Chemie- und Pharmaunternehmen führen regelmäßig neue Produkte und Verfahren ein,
mehr als 60 % betreiben kontinuierlich F&E.

So erklärt es sich, dass Deutschland nicht nur bei den Forschungsausgaben, sondern auch in anderen Bereichen im internationalen Vergleich vorne liegt.

17 % der internationalen Patentanmeldungen, 7 % der wissenschaftlichen Publikationen und über 11 % der Exporte von forschungsintensiven Chemiewaren stammen aus Deutschland.

VCI-Prognose zum Anstieg internationaler Forschungsausgaben

Aber die Wettbewerber holen rasch auf, der globale Innovationswettlauf wird in den kommenden Jahren zunehmen. So ist z. B. Chinas Anteil an der globalen Chemieforschung in den zurückliegenden zwölf Jahren von 0,7 % auf insgesamt 7,0 % gestiegen. Laut VCI-Prognos-Studie „Die deutsche chemische Industrie 2030" wird sich der Anteil in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Die deutsche Chemie muss sich deshalb anstrengen, um diesem Trend zu begegnen. Laut Studie wird das Forschungsbudget der Branche bis 2030 voraussichtlich um 9 Mrd. € steigen und damit im Vergleich zu heute doppelt so hoch sein.

China löst Deutschland als drittgrößten Forschungsstandort ab

Dennoch wird China Deutschland in dieser Zeit als drittgrößten Chemie-Forschungsstandort weltweit ablösen. Die gute Nachricht lautet aber, dass Deutschland in Zukunft dennoch von der insgesamt steigenden weltweiten Nachfrage nach Chemikalien profitieren kann. Nötig dafür ist zweierlei: eine stärkere Fokussierung auf forschungsintensive Fein- und Spezialchemikalien sowie größere Innovations- und Forschungsanstrengungen.
Doch eigenes Engagement allein reicht nicht aus. Im schärfer werdenden globalen Innovationswettbewerb kommt es auch immer stärker auf die passenden Rahmenbedingungen an. Hier muss insbesondere die deutsche Politik die richtigen Impulse setzen, um Deutschland auch zukünftig als starken Forschungs­standort zu erhalten. Besonders wünschenswert ist die rasche Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung, wie sie in vielen anderen OECD-Staaten bereits üblich ist. Eine solche Förderung würde insbesondere mittelständischen Unternehmen zugutekommen.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Microsite ChemPharmTrends.

Kontakt

VCI - Verband Chemischen Industrie e.V

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