Anlagenbau & Prozesstechnik

Stoffliche Nutzung der Braunkohle hat Zukunft

Mitteldeutscher Wachstumskern ibi sucht Investoren für aussichtsreiche Projekte

18.11.2013 -

Die Perspektiven der Braunkohle als Energieträger mögen umstritten sein - eine große Zukunft als Rohstoff für die Industrie hat sie allemal. Die in Mitteldeutschland lagernde, stofflich hochwertige bitumenreiche Braunkohle ist allein für eine energetische Nutzung zu wertvoll. Dieser heimische Rohstoff bietet auch die Grundlage zur Herstellung von wichtigen chemischen Basisprodukten, Treib- und Schmierstoffen, sowie Synthesegas. Eine verantwortungsvolle Nutzung der noch vorhandenen Rohstoffpotentiale muss diese Fakten unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten berücksichtigen.

Die Braunkohlennutzung hat im Chemiedreieck zwischen Halle/Leipzig, Bitterfeld und Merseburg eine starke industrielle Basis und mehr als hundertjährige Tradition. Um dieses kontinentale Alleinstellungsmerkmal als Trumpf im weltweiten Wettbewerb um immer knapper werdende Rohstoffe besser ausspielen zu können, haben sich Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen unter dem Leitgedanken „Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland" (ibi) vor vier Jahren zusammengetan. In einem Fachsymposium zu dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten regionalen Wachstumskern zogen 150 Unternehmer und Wissenschaftler jetzt Zwischenbilanz.

Aus der Vision - der Entwicklung von Dienstleistungen, Verfahren und Anlagentechnik, um die Technologie- und Marktführerschaft bei der Herstellung hochwertiger chemischer Grundstoffe und Basisprodukte aus Braunkohle zu erlangen - wird schrittweise wirtschaftliche Realität. Einzelne Module eines zukünftigen „Braunkohlenchemieparks" Mitteldeutschland werden bereits vermarktet, zum Beispiel bei Investitionsvorhaben in Russland und China.

Dr. Tom Naundorf von Romonta resümierte, dass dank der intensiven Zusammenarbeit zwischen Forschung und Produktion die Technologien für die gesamte Wertschöpfungsketten vorhanden sind. So konnte Prof. Matthias Seitz von der Hochschule Merseburg mit der Niedertemperaturkonversion ein hocheffektives Verfahren zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen vorstellen, das bis zu achtfach effektiver ist als vergleichbare Verfahren auf Erdölbasis. Der Forscher sucht nun Investoren für eine entsprechende Pilot- bzw. Großanlage.

Dem Finanzierungsproblem und anderen Schwierigkeiten widmete sich der langjährige ibi-Vorstandssprecher Andreas Hiltermann. Vor allem durch die kostengünstige Gewinnung von Schiefergas in den USA und die Auswirkungen auf den Gaspreis haben sich die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche stoffliche Verwertung der Braunkohle - also fern ihrer Verbrennung - stark verschlechtert. So fehlt denn noch ein Investor für den Schluss der ibi-Kette: eine Vergasungsanlage, die Synthesegas für die Chemieindustrie kostengünstig zur Verfügung stellt. Auf alle Fälle gibt es Dinge, die zu schade sind, um verbrannt zu werden: Dazu gehören Geld - und Braunkohle.

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