25.05.2018
ThemenStrategie

Die Kunst der Innovation

Wie erfolgreiche Chemieunternehmen Technologien, Daten und Personen auf intelligente Weise verbinden

  • Wie erfolgreiche Chemieunternehmen Technologien, Daten und Personen auf intelligente Weise verbinden (c) Shutterwolf/ShutterstockWie erfolgreiche Chemieunternehmen Technologien, Daten und Personen auf intelligente Weise verbinden (c) Shutterwolf/Shutterstock
  • Wie erfolgreiche Chemieunternehmen Technologien, Daten und Personen auf intelligente Weise verbinden (c) Shutterwolf/Shutterstock
  • Erfolgsfaktoren für nachhaltige Innovationsprojekte. © SAP
  • Andreas Rizzetti, SAP

Heutzutage erschließen Unternehmen lukrative neue Umsatzfelder nicht mehr durch die Entwicklung neuer Moleküle. Erfolgreiche Chemieunternehmen optimieren ihr Portfolio kontinuierlich und ergänzen parallel dazu ihre produktzentrierten Wertschöpfungsprozesse durch servicebasierte Modelle. Voraussetzung dafür ist, dass man die Anforderungen seiner Kunden bestens kennt – die aktuellen wie die zukünftigen Anforderungen, die sich als Folge der branchenübergreifenden Digitalisierung ergeben.

Die vierte industrielle Revolution, die wir heute als „digitale Transformation“ bezeichnen, wäre ohne die Innovationen der chemischen Industrie undenkbar. Moderne Lichtwellenleiter, berührungssensitive Displays, wiederaufladbare Batterien und ultraleichte Materialien, die bspw. bei Drohnen zum Einsatz kommen, bilden das technische Fundament. Darauf greifen alle anderen Industrien zurück, um unsere Arbeits- und Lebensweise in vielen Bereichen grundlegend zu verändern. Auch die chemische Industrie wird ihre Produktivität und Arbeitssicherheit über die gesamte Wertschöpfungskette weiter steigern und neue Lösungsangebote entwickeln. So ist es durchaus denkbar, dass ein Anbieter von Chemikalien zur Wasseraufbereitung zukünftig auch den Service der Wasseraufbereitung bzw. das Resultat der Tätigkeit anbietet, nämlich reines Wasser. Ein solches weiterentwickeltes Geschäftsmodell bietet neben einer viel intensiveren Kundenbindung auch ein erheblich höheres Wertschöpfungspotenzial.

Innovation als Herausforderung

Um neue Produkte und Services auf den Markt zu bringen sind innovative Ansätze gefragt, die auf den Alleinstellungsmerkmalen des eigenen Unternehmens aufsetzen. Die konstruktive Mitwirkung der unterschiedlichen Disziplinen im Unternehmen ist für den Innovationsprozess unerlässlich. Das kann je nach Unternehmenskultur eine Anforderung darstellen, die zu berücksichtigen ist. Dazu gehört auch eine fördernde Unternehmenskultur.

Im Vergleich zu den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten gibt es heute völlig neue Dimensionen in Bezug auf die Reichweite, Intensität und zeitliche Dynamik von Veränderungen.

Unternehmen, die den Wandel als Chance begreifen und ihn wettbewerbswirksam nutzen wollen, sollten daher analysieren, welche Technologien und Vorgehensweisen durch neue Ansätze ersetzt werden können und wo auf Bewährtes zugegriffen werden kann.

Skalierung von Innovationen

Es liegt in der Natur der Sache, dass zu innovativen Vorgehensweisen und Technologien kaum Erfahrungswerte vorliegen und es daher schwerfällt, den Mehrwert für das eigene Unternehmen zu beurteilen. Wenn man die Analogie der chemischen Produktentwicklung bemüht, dann neigen viele Unternehmen dazu, den Mehrwert durch Konzeptstudien im Laboratorium zu validieren. Hierbei lassen sich manche Ansätze ausschließen, eine Skalierung auf einen Technikumsmaßstab bzw. ein Scale-up auf die Großproduktion ist dadurch aber nicht gewährleistet. Bei einer Untersuchung im Labor werden Anforderungen an Compliance, Daten-Governance und Integration in übergreifende Geschäftsprozesse vielfach ausgeblendet. Diese können sich allerdings später als umfangreiche bzw. nicht lösbare Aufgabe erweisen. Wem es gelingt, bei innovativen Projekten das richtige Maß an kreativer Freiheit zu fördern und gleichzeitig zuzulassen, dass kritisch hinterfragt wird, kann den nachhaltigen Erfolg von Innovationsprojekten sichern.

Design Thinking als innovationsfördernde Methode

Inzwischen etabliert sich Design Thinking weit über den ursprünglichen Zweck hinaus – die Entwicklung von anwenderorientierten Benutzeroberflächen – zu einer etablierten Vorgehensweise für kreative Lösungsansätze in unterschiedlichsten Themenbereichen. Die erfolgreiche Anwendung der Methode hängt davon ab, dass die beteiligten Teams möglichst breit mit Anwendern und Experten aus allen betroffenen Bereichen besetzt sind. Erfahrene Design-Thinking-Moderatoren sollten das Projekt in einem kreativen Umfeld leiten. Der Zugewinn an Verständnis und Erkenntnissen über Bereichsgrenzen hinweg rechtfertigt häufig schon den zeitlichen Aufwand. Die strukturierte Nachverfolgung in Form von Prototypen (minimal viable products) ist ein entscheidender Faktor, um die Tragfähigkeit der Lösungen schnell zu validieren.

Agile, skalierbare Innovationstechnologien

Innovative Technologien gibt es reichlich und es ist nahezu unmöglich, stets den tagesaktuellen Überblick über alle Angebote zu behalten. Unternehmen tendieren daher gelegentlich dazu, die Komplexität zu reduzieren, indem sie zu vielversprechenden Technologien passende Anwendungsfälle suchen. Die Herangehensweise sollte jedoch immer von der Aufgabenstellung beim Kunden ausgehen und nicht umgekehrt.

Da alle großen Anbieter von agilen Innovationsplattformen nahezu wöchentlich mit neuen Funktionen aufwarten, ist es aus Gründen des Kenntnisaufbaus und der langfristigen Wartbarkeit der Lösung ratsam, diese Plattformen primär zu nutzen und nur dann punktuell mit Spezialanbietern zu ergänzen, wenn keine adäquate Unterstützung in Aussicht gestellt wird.

Um frühzeitig den Scale-up von Innovationsansätzen zu berücksichtigen, ist die Integration in bestehende Geschäftsprozesse, wie z.B. Gefahrstoff-/Gefahrgut- und Außenhandelsabwicklung sicherzustellen. Ebenso ist frühzeitig eine Einbindung in die vorhandene Governance-Struktur in Bezug auf Fragen der Datensicherheit, Stammdatenmanagement und Einhaltung der GDPR-Richtlinien zu gewährleisten. Eine Einhaltung dieser Vorgaben bei gleichzeitiger Agilität und Innovationsfähigkeit der Plattform ist für den Erfolg von Innovationsprojekten entscheidend.

Standardisierte Inhalte als Projektbeschleuniger

Auch wettbewerbsdifferenzierende Innovationen verfügen sehr häufig über gemeinsame Grundkomponenten, die – sofern als vordefinierter Baustein verfügbar – die Umsetzung beschleunigen und die späteren Wartungskosten reduzieren. Anbieter mit umfangreichen Lösungen und Erfahrungen in den Geschäftsprozessen können hier häufig die erforderlichen Lösungen bzw. Lösungsbausteine mit der benötigten Integration anbieten.

Innovationen schnell und mit wenig Risiko umsetzen

Wenn die folgenden drei Aspekte zusammenkommen, lassen sich schnelle und nachhaltige Innovationen mit deutlich reduziertem Risiko umsetzen:

  • Innovative Methoden zur Einbindung aller beteiligten Personen und Abteilungen
  • Innovative Technologien zur Nutzung von IoT, Big Data, Analytics, Data Intelligence, Machine Learning und Blockchain auf einer Innovationsplattform
  • Industrierelevante Inhalte zur Beschleunigung und Senkung des Wartungsaufwands der Lösungen

Darüber hinaus gilt für Innovationsprojekte immer: Wenn Sie am Anfang nicht auch einmal scheitern, dann war der Ansatz nicht wirklich innovativ.

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