Chemieindustrie geht mit Rückenwind ins Jahr 2018

VCI-Quartalsbericht sieht starkes Wachstum im Schlussquartal

  • VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann rechnet auch 2018 mit guten Geschäften in Deutschlands drittgrößter Branche.VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann rechnet auch 2018 mit guten Geschäften in Deutschlands drittgrößter Branche.
  • VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann rechnet auch 2018 mit guten Geschäften in Deutschlands drittgrößter Branche.
  • Kernindikatoren der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland, Gesamtjahr 2017, Veränderung ggü. Vorjahr in %. Quellen: Destatis (vorläufige Daten), VCI, © VCI
  • Entwicklung der Produktion in den einzelnen Chemiesparten, Gesamtjahr 2017, Veränderung ggü. Vorjahr in %. Quellen: Destatis (vorläufige Daten), VCI, © VCI
  • Prognose 2018: Kernindikatoren der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland, prognostizierte Veränderung ggü. Vorjahr in %. Quellen: Destatis (vorläufige Daten für 2017), VCI, © VCI

Das Jahr 2017 ist mit einem unerwartet starken Quartal für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie zu Ende gegangen. Die Wachstumsdynamik bei Produktion und Umsatz lag deutlich höher als in den vergangenen sechs Jahren. Wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seinem Quartalsbericht schreibt, waren die Kapazitäten mit 85,1% sehr gut ausgelastet. Die starke Nachfrage machte Preiserhöhungen möglich. Die Geschäfte liefen insgesamt rund. Dementsprechend zufrieden zeigten sich die Unternehmen mit der aktuellen Geschäftslage. Die Branche startet mit Rückenwind ins neue Jahr.

Alle Sparten in Deutschlands drittgrößter Branche konnten demnach ihre Produktion von Oktober bis Dezember ausweiten. Die Erzeugerpreise legten leicht zu. Dadurch stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast zweistellig. Die Unternehmen konnten nicht nur im Inland den Absatz steigern. Hier orderten vor allem industrielle Kunden mehr Chemieprodukte. Auch in Europa und Asien liefen die Geschäfte sehr gut. Das starke Schlussquartal sorgte für eine positive Gesamtbilanz 2017 mit einem Branchenumsatz von 195,8 Mrd. EUR.

Die Wachstumsdynamik bei Produktion und Umsatz war im Schlussquartal 2017 deutlich höher als in den vergangenen Jahren.

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sagte zur Lage der Branche: „Die Chemie ist mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet. Die Betriebe rechnen auch für 2018 mit guten Geschäften. Trotzdem sind bessere Bedingungen für Innovationen und Investitionen gefragt, damit die Industrie weiter wettbewerbsfähig bleibt. Wichtige Bausteine dafür sind eine steuerliche Forschungsförderung und die alternative Finanzierung der Energiewende.“

Für 2018 rechnet der VCI mit einem kräftigen Produktionswachstum von 3,5 %. Die Chemikalienpreise werden voraussichtlich um 1 % steigen. Der Branchenumsatz sollte dadurch um 4,5 % auf gut 204 Mrd. EUR zulegen.

Produktion
Die Chemieproduktion ist im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,8 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr produzierten die Unternehmen 7,3 % mehr. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen betrug 85,1 % und lag damit zum vierten Mal in Folge über dem langjährigen Durchschnitt.

Erzeugerpreise
Die Preise für Chemieprodukte sind nach einem leichten Rückgang im dritten Quartal von Oktober bis Dezember wieder gestiegen.

Chemikalien waren 0,3 % teurer als im Vorquartal und kosteten 2,7 % mehr als im Vorjahr.

Umsatz
Der Branchenumsatz ist im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 2,6 % auf 46,3 Mrd. EUR gestiegen. Der Vorjahreszeitraum wurde dank der starken Industriekonjunktur im In- und Ausland und der wachsenden Nachfrage nach Chemieprodukten um 9,5% übertroffen.

Beschäftigung
Die Chemieunternehmen in Deutschland haben im vierten Quartal 2017 die Beschäftigung weiter ausgebaut. In der Branche arbeiten aktuell 453.770 Menschen. Das sind 1,5 % mehr Arbeitskräfte als ein Jahr zuvor.

Spartenentwicklung
Das vierte Quartal 2017 verlief für alle Sparten der Chemie- und Pharmaindustrie positiv. Die Konjunkturindikatoren Produktion, Preise und Umsätze zeigten in nahezu allen Sparten sowohl im Vorquartals- als auch im Vorjahresvergleich nach oben.

Die Hersteller von chemischen Grundstoffen wie Anorganika, Petrochemikalien und Polymere konnten im vierten Quartal ihre Geschäfte im In- und Ausland sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber Vorjahr deutlich steigern. Dazu trugen nicht nur höhere Preise für chemische Grundstoffe bei, auch die Mengenentwicklung war deutlich positiv.

Das stärkste Mengenwachstum gegenüber Vorquartal konnten die Hersteller von Fein- und Spezialchemikalien verbuchen. Die Sparte profitierte von der guten Industriekonjunktur in Deutschland, Europa und weltweit. Auch die Umsätze konnten dank starker Verkäufe im In- und Ausland kräftig ausgeweitet werden. Die Preise für Spezialchemikalien lagen zwar etwas niedriger als in den vorangegangenen drei Monaten. Fein- und Spezialchemikalien waren aber immer noch deutlich teurer als ein Jahr zuvor. Die Geschäfte liefen in dieser Sparte außerordentlich gut.

Ebenfalls positiv verlief das letzte Quartal für die Hersteller von Wasch- und Körperpflegemitteln. Die Produktionsmengen wurden kräftig ausgeweitet. Bei nur leicht rückläufigen Preisen konnten die Hersteller die Verkaufserlöse im Vergleich zum Vorquartal und Vorjahr deutlich steigern. Wachstumsimpulse kamen sowohl aus dem Auslandsgeschäft als auch aus dem heimischen Markt.

Für die Produzenten von Pharmazeutika ging ein bereits erfolgreiches Jahr mit einem außerordentlich guten letzten Quartal zu Ende. Das bereits hohe Produktionsniveau konnte noch einmal um fast 2,5 % übertroffen werden. Im Vorjahresvergleich lag die Produktion über 9 % höher. Die Preise blieben stabil. Der Umsatz konnte zwar gegenüber Vorquartal nicht mehr ausgeweitet werden. Er lag damit aber um über 8 % über Vorjahr. Im Ausland betrug das Plus sogar über 10 %. Damit liefen die Geschäfte sowohl im In- als auch im Ausland gut.

Den ausführlichen Quartalsbericht lesen Sie auf der VCI-Website.

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