Blockchain basierte Web-Plattform fördert Innovationen

IP Ocean will den Austausch wissenschaftlicher Ideen und Herausforderungen beschleunigen

  • Das Frankfurter Start-up IP Ocean bietet eine Blockchain basierte Plattform zum schnellen, einfachen und sicheren Austausch von Ideen.Das Frankfurter Start-up IP Ocean bietet eine Blockchain basierte Plattform zum schnellen, einfachen und sicheren Austausch von Ideen.
  • Das Frankfurter Start-up IP Ocean bietet eine Blockchain basierte Plattform zum schnellen, einfachen und sicheren Austausch von Ideen.
  • Die Alphaversion der Blockchain basierten Plattform IP Ocean ist live, um interessierten Nutzern den schnellen, einfachen und sichern Austausch von Ideen erleben zu lassen und die Beta-Version mitzugestalten.
  • Holger Geißler, IP Ocean
  • Jürgen Krippes, IP Ocean
  • Holger Bengs, IP Ocean
Ideen führen zu Innovationen und sind eine Basis für Unternehmen, um zukünftig erfolgreich zu sein. Allerdings ist Vertrauen das Kernproblem, warum Ideen oder die Suche nach Ideen bisher nicht einfach ausgetauscht werden, denn eine Idee ist schnell kopiert und nur über einen langwierigen Prozess schützbar. Die Idee zu IP Ocean wurde Ende September 2018 aus diesem Grund geboren. In Diskussion mit den Anwendern wurde eine Alpha-Version einer Blockchain basierten Web-Plattform erstellt, die den Austausch von Ideen und Herausforderungen beschleunigen soll. Die Gründer Holger Geissler, Holger Bengs und Jürgen Krippes erläutern ihre Vision, ihr Konzept und ihre Pläne.

CHEManager: Was hat sie dazu bewogen, die Idee IP Ocean so schnell in die Tat umzusetzen?

Holger Geissler: Drei Punkte: Wir haben die Vision einer Plattform, auf der ich morgens eine Idee sichere und poste, mittags kontaktiert werde und abends eine Vereinbarung haben kann, wie es weiter geht. Dazu kommt, dass die Welt sehr schnell Innovationen braucht. Auf den Friday’s for Future-Demonstrationen wird das Richtige gefordert: Klimawandel und Nachhaltigkeit endlich anzugehen – dazu braucht man Innovationen – und dabei ist Schnelligkeit entscheidend, denn der „Point of no Return“ ist nah. Der letzte Punkt war, IP ­Ocean zu einem interessanten Business Case für Investoren zu machen.

Worin unterscheidet sich der Ansatz von IP Ocean von anderen Lösungen?

H. Geissler: Wir adressieren konkret das Vertrauensproblem beim Austausch von Ideen durch Blockchain-Technologie und einem ausgefeilten Prozess, der die rechtlichen Themen virtualisiert. Die Vorteile für die Nutzer: Ideen und Herausforderungen, also die Suche nach Lösungen, können sicher ausgetauscht werden. Nutzer, die Beiträge einstellen, können direkt und indirekt profitieren. Und: Innovation zu realisieren wird extrem beschleunigt. Heutige Lösungen bieten meist nur Teilaspekte, setzen im Prozess später an oder haben nicht die weltweite Reichweite.

Wie genau funktioniert denn das Geschäftsmodell von IP Ocean?

Holger Bengs: Wir werden nicht an der Idee mitverdienen. Unser Geschäftsmodell fokussiert sich auf den schnellen, einfachen und sicheren Austausch von Informationen. Wir haben eine offene Plattform, auf Wunsch ein Subskriptionsmodell, aber auch eine Intranet-Version für Unternehmen, die an die offene Plattform angebunden werden kann. Das Sichern von Beiträgen sowie das Posten der Beschreibung auf der offenen Plattform ist für Nutzer kostenfrei. Wir bei IP Ocean sehen die gesicherten Dokumente der Idee nicht. Der Urheber erhält einen Link, der verteilt werden kann, um über unsere Plattform die Idee Freunden auch kostenfrei zugänglich zu machen.

Wie wichtig ist die Qualität der Ideen für den Erfolg und wie lösen sie diese Herausforderung?

Jürgen Krippes: Die Qualität und die Relevanz sind wichtig. Wir haben dazu mehrere Ansatzpunkte: Beide Punkte lassen sich gut über Crowd-Meinungsbildung angehen. Wir haben dazu auch Technologiepartner, die Expertise im Bereich semantischer Analyse haben. Wir werden so auch dem Missbrauch der Plattform entgegenwirken. Beim Thema Sicherheit bauen wir auf starke Partner. Kollaborationen machen es erst möglich, IP Ocean so schnell umzusetzen.

Was sind die nächsten Schritte und was sind die Herausforderungen?

H. Geissler: Nach der Fertigstellung unserer Alpha-Version schließen wir gerade MOUs mit Industriepartnern ab und suchen nach langfristig orientierten Investoren für den Aufbau der Produktionsversion sowie die Marketing- und Sales-Aktivitäten. Dies ist ein klassisches Henne-Ei-Problem: Keine Partner – keine Investoren, und umgekehrt. Wir haben den Vorteil einer laufenden Alpha-Version, mit der unsere Partner den Nutzen erleben und die Plattform mitgestalten können. Die Herausforderung ist, fokussiert zu bleiben. Wir nutzen unser Netzwerk im Bereich Life-Science, um dort das Momentum zu entwickeln, die Idee IP Ocean zum Fliegen zu bringen.

Welchen Ratschlag haben sie für andere Gründer?

H. Geissler: Die Faktoren Team, Kollaboration, Kommunikation und Entschlossenheit sind wichtig. Alles was diese Faktoren stört, sollte man entfernen. Wichtig ist weiterhin, Ideen zu diskutieren, denn dadurch entwickeln sich Ideen schnell in die richtige Richtung. Der letzte Punkt ist, Unterstützer entschlossen zu finden: Wer dabei sein will – mitnehmen und einbinden.


ZUR PERSON
Holger Geissler war nach der Promotion in Göttingen 7 Jahre in der Hoechst AG und daraus entstandenen Unternehmen tätig und absolvierte parallel ein MBA-Studium. Nach 7 Jahren als Investmentmanager mit Fokus Life-Science in der Deutschen Asset Management war er 10 Jahre Geschäftsführer in der DWS. Seit 2017 berät er Start-ups, seit 2018 fokussiert er sich auf diesen Bereich.


ZUR PERSON
Jürgen Krippes startete in der Energieversorgungsbranche und war über 15 Jahre in verschiedenen Funktionen im Bereich Business/Technology bei der DWS sowie Dekabank tätig. Seit 10 Jahren berät er Unternehmen auf dem Weg in ihre digitale Welt. Krippes erwarb einen Abschluss in Business Administration und absolvierte das Technology & Operations Leadership-Programm an der London Business School.


ZUR PERSON
Holger Bengs arbeitete nach der Promotion in Mainz 6 Jahre lang für die Hoechst AG. Anschließend begleitete er als Geschäftsführer der Biotech Media 2 Jahre Börsengänge für GoingPublic Media. Seit 17 Jahren ist er Geschäftsführer in der von ihm gegründeten Beratungsfirma BCNP Consultants. 2016 initiierte er das European Chemistry Partnering, ein Networking Event für Start-ups.


 

Business Idea

Marktplatz für Ideen und Herausforderungen
Global werden ca. 2.000 Mrd. USD für F&E ausgegeben. Davon 800 Mrd. USD durch die Top-1.000-Unternehmen. Geschätzt 20 Mio. Menschen sind aktiv in Innovationsprozesse eingebunden. Es werden mehr als 300.000 Patente auf globaler Basis angemeldet.

Innovation und Wissen hat für die Industrie, insbesondere den Life-Science-Sektor, einen hohen Wert. Innovative Unternehmen haben im Durchschnitt höhere Renditen und überstehen Krisensituationen wesentlich besser. Um Innovationen aber erfolgreich einführen zu können, braucht es heutzutage viele Ideen aus immer mehr Bereichen in immer kürzerer Zeit.
 
Die Herausforderung: Im Kampf um Innovation ist Vertrauen die entscheidende Hürde, um Ideen schnell weiterzugeben. Netzwerk-Events oder Messen haben eine begrenzte Reichweite und die Sozialen Netzwerke bieten wenig Sicherheit. 
 
Die Lösung: IP Ocean ist eine Web-basierte Plattform, um den Austausch von Ideen und Herausforderungen zu beschleunigen mit drei Zielen: Vertrauen beim Weitergeben, Geld verdienen mit guten Ideen und Herausforderungen, Zeit sparen beim Finden von Lösungen.
Grundlage für den Service sind ausgefeilte Blockchain-basierte Prozesse und Technologien von starken Partnern. Der Anwender hat volle Kontrolle und ihm steht ein flexibles, vertragliches Rahmenwerk im Hintergrund zur Verfügung, so dass wichtige Themen wie  z. B. Neuheitsschädlichkeit während der Kommunikation gelöst werden.
Ideen und Herausforderungen zu sichern und zu posten ist kostenfrei. Man erhält einen Link zu seinem Beitrag, der in sozialen Netzwerken geteilt werden kann und über den Freunde Zugang zum Beitrag haben. Wird der Beitrag von zahlenden Nutzern gelesen und geliked, kann der Autor an den Gebühren partizipieren. Für intensive Nutzer gibt ein Subskriptionsmodell. Für größere Unternehmen gibt es eine Intranet-Version, die an die offene Plattform angebunden werden kann.
Erfolgreiche Innovation lebt jedoch nicht nur von der Idee, sondern auch von Unterstützern. Interessierte Anwender können sich einfach an einen der Gründer wenden.
 
ElevatorPitch
Meilensteine, Veranstaltungsauftritte und Zukunftspläne
Die Vision: Morgens Ideen haben oder suchen und abends bereits erste Partner gefunden haben. IP Ocean – die Idee und der Prozess sind vor 12 Monaten geboren worden. Bisher wurde das Projekt mit Eigenmitteln finanziert. Jetzt wird das Unternehmen, die IP Ocean Global, im September offiziell im Rhein-Main Gebiet gegründet. Das Ziel ist, die erste Produktionsversion Anfang 2020 live gehen zu lassen.
Die Alpha-Version der Blockchain basierten Plattform ist live, um interessierten Nutzern den schnellen, einfachen und sichern Austausch von Ideen erleben zu lassen und die Beta-Version mitzugestalten. 
IP Ocean geht derzeit fokussiert auf die Life-Science Industrie zu, mit dem Ziel Unterstützer und Partner zu finden. Gleichzeitig werden langfristig orientierte Investoren angesprochen.
Die Basisversion wird frei zugänglich sein, denn für den Kampf gegen den Klimawandel sowie die weiteren Herausforderungen der Welt ist gerade der freie Fluss von Innovation ohne Business Case dahinter wichtig.
Interessierte Anwender, die IP Ocean unterstützen oder nutzen wollen, können sich einfach an einen der Gründer wenden.
Meilensteine
 
2018
  • 27. September: die Idee für IP Ocean wird geboren
2019
  • Anmeldung der System- und Prozesspatente
  • Alpha-Version
  • Gründung IP Ocean Global
  • Marketing mit Fokus auf Life-
Science-Industrie Deutschland
  • Erste Finanzierungsrunde
Roadmap
 
2020
  • Live-Schaltung der Produktionsversion 
  • Roll-Out der Intranet-Version mit Kooperationspartnern
  • Plattformoptimierung und Weiterentwicklung (Beta)
Events
  • ​Juni 2019: ISC3 Stakeholder Meeting, Bonn
  • Juli 2019: IUPAC Young Scientists Event, Paris
  • August 2019: VBU – Webinar: IP Ocean, das „Social Network for ideas“ 
  • September 2019: European Chem­istry Partnering, Düsseldorf
  • Oktober 2019: Chem-Match, Frankfurt am Main

 

 

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