Digitale Transformation und soziale Marktwirtschaft

MILLA: Ein Konzept für lebensbegleitendes interaktives Lernen

  • Digitale Transformation © Rawpixel Ltd/Getty ImagesDigitale Transformation © Rawpixel Ltd/Getty Images
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  • „Die Weiterbildung wird ein Erfolgsschlüssel für den digitalen Wandel sein.“  Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands © CDU / Laurence Chaperon
  • „Wir schaffen das Netflix der Weiterbildung und setzen dabei auf kurzweiliges und flexibel einsetzbares E-Learning.“  Marc Biadacz, MdB, CDU © CDU / Tobias Koch

Die soziale Marktwirtschaft soll unseren Wohlstand sichern und vermehren. Gut qualifizierte Fachkräfte sind dabei ein immer wichtigerer Standortfaktor. Durch den digitalen Wandel verändern sich die Anforderungen an Arbeitnehmer und Arbeitgeber; der Arbeitsmarkt wird schneller und dynamischer.

„Digitalisierung führt zum Verlust von Arbeitsplätzen“, „Digitalisierung schafft mehr Arbeitsplätze“ – die Schätzungen renommierter Institute und Organisationen bezüglich des Einflusses der digitalen Transformation auf die Zahl der Arbeitsplätze können unterschiedlicher kaum sein. Worüber weitgehend Einigkeit besteht: Die nötigen Arbeitsstunden sowohl für körperliche Aktivitäten als auch für das Sammeln und Verarbeiten von Daten werden sich reduzieren. Krea­tive Tätigkeiten, Anwendung von Expertise oder die Interaktion mit Stakeholdern – dazu zähle ich auch die Entwicklung und Führung von Mitarbeitern – werden mehr Zeit verlangen.

Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt
Der technologische Fortschritt hat schon immer zu Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt geführt – das Getreide wird heute nicht mehr mit der Sense gemäht und Lokomotiven brauchen keine kohle­schaufelnden Heizer mehr. Aber die Zeiten bis zur Nutzung neuer Technologien werden immer kürzer. Brauchte die flächendeckende Nutzung des Telefons noch fünf Dekaden, so hat sich das Smartphone in fünf Jahren durchgesetzt. Das bedeutet, übertragen auf die Arbeitswelt, dass zukünftige Erwerbsbiographien von häufigeren Wechseln geprägt sein werden als gestern und heute.
Um diese Entwicklung positiv zu gestalten, um Fachkräftemangel und gleichzeitig Arbeitslosigkeit zu verhindern, bedarf es einer gut ausgebauten Weiterbildungsinfrastruktur, die allen Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe an den Vorteilen der Digitalisierung sichert und ihnen hilft, sich in einer digitalen Welt zu Recht zu finden. Denn eines ist klar: Die Digitalisierung muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Bereits heute klafft eine quantitative und qualitative Weiterbildungslücke: Ein Großteil der Bevölkerung bildet sich nicht oder zu wenig weiter, und Arbeitskräfte lernen oft beim verwirrend vielfältigen Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen die entscheidenden Kompetenzen nicht, zu denen auf alle Fälle Digitalkompetenz, Sozial­kompetenz und das Selbst- und Gesundheitsmanagement gehören sollten.

MILLA – Interaktives Lernen für Alle
Im Arbeitskreis „Zukunft der Arbeit“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist jetzt mit „MILLA: Modulares Interaktives Lebensbegleitendes Lernen für Alle“ ein Konzept entstanden, das auf dem Bundesparteitag der CDU im Dezember 2018 verabschiedet wurde.

In dem Antrag heißt es: „Gut qualifizierte Fachkräfte bleiben der Schlüssel für unseren Wohlstand. Allerdings verschieben sich durch den digitalen Wandel Anforderungsprofile an die Beschäftigten und ihre Arbeitgeber, gänzlich neue Berufsbilder entstehen. Unser Ziel muss es daher sein, Beschäftigungschancen für die Menschen in einem dynamischen Arbeitsmarkt zu sichern, indem wir es ihnen ermöglichen, ihre Erwerbsbiographien immer wieder neu an den Kompetenzen der Zukunft auszurichten. Dies setzt eine neue Weiterbildungskultur voraus, die den Beschäftigten hilft, sich zu orientieren, ihre Qualifikationen zu erweitern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel zu begegnen.“
MILLA soll als eine bundeseinheitliche Weiterbildungsplattform kostenlos für alle Bürgerinnen und Bürger sämtliche neue und bestehende Weiterbildungsangebote bereitstellen; dazu gehören neben den überwiegenden Online- auch Offlineangebote. Das Ziel: Individuelle Angebote und unterhaltsames Lernen werden vereint. „Wir schaffen das Netflix der Weiterbildung! MILLA ist individuell anpassbar, berücksichtigt die persönlichen Interessen und das vorhandene Fähigkeitsprofil des jeweiligen Nutzers. Insbesondere setzen wir auf kurzweiliges und flexibel einsetzbares E-Learning, um nachhaltige Motivation für dauerhaftes Selbststudium und Neugier für Weiterbildung zu schaffen“ zeigt sich Marc Biadacz, MdB, einer der Väter von MILLA, überzeugt und ergänzt: „Die Nutzer erhalten Kompetenzpunkte für die Teilnahme, die ihr Fähigkeitsprofil vervollständigen. Die Anzahl der Punkte, die pro Kurs erworben werden können, werden anhand der Relevanz der zu lernenden Inhalte bestimmt. Als Anreiz erhalten Nutzer für absolvierte Kompetenzpunkte eine Prämie in Form von Sachleistungen.“

Ein neues Arbeitsplatznetzwerk
Durch den digitalen Wandel entstehen neue Anforderungsprofile an die Beschäftigten und ihre Arbeitgeber, gänzlich neue Berufsbilder entstehen. Schon heute arbeitet nur knapp jeder zweite Erwerbstätige zwischen 18 – 24 Jahren noch im erlernten Beruf. „Unser Ziel muss es sein, Beschäftigungschancen für die Menschen in einem dynamischen Arbeitsmarkt zu sichern, indem wir es ihnen ermöglichen, ihre Erwerbsbiographien immer wieder neu an den Kompetenzen der Zukunft auszurichten. Dies setzt eine neue Weiterbildungskultur voraus, die den Beschäftigten hilft, sich zu orientieren, ihre Qualifikationen zu erweitern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel zu begegnen“, sagt Biadacz.
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, soll mit MILLA ein neues Arbeitsplatznetzwerk etabliert werden, das individuell Arbeitgeber mit Arbeitnehmern verbindet. Das Konzept sieht vor, dass der Staat dabei bundeseinheitlich die Plattform zur Verfügung stellt und die Bürger berät. Etablierte und neue Kursanbieter, die von einem Kuratorium zertifiziert sind, bieten Kurse an und konkurrieren dabei mit anderen Anbietern. Der Bürger nutzt die Plattform für interessensgeleitete kostenlose Weiterbildungsangebote und erhält bei erfolgreichem Abschluss dafür entsprechende Zertifikate oder „Kompetenzpunkte“. Die Arbeitgeber können qualifizierte Arbeitnehmer über deren Kompetenzpunkte leichter identifizieren, insbesondere auch durch Kurse in Mangelqualifikationen.
MILLA zielt auf die Mitte der Gesellschaft und soll Ungleichheiten abbauen, um unabhängig von den individuellen Umständen Teilhabe und Chancengleichheit zu ermöglichen. Annegret Kramp-Karrenbauer, die neue Vorsitzende der CDU Deutschlands, fasst zusammen: „Deutschland braucht mehr digitale Lösungen und gerade die Weiterbildung wird ein Erfolgs­schlüssel für den digitalen Wandel sein. Mit MILLA bietet die Union eine neue Lösung zur Stärkung der Weiterbildung an, von der alle profitieren werden. MILLA nimmt die Menschen beim digitalen Wandel mit und stärkt die Wirtschaft.“

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