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Bundeskanzlerin eröffnet internationales Jahr der Chemie

Forum Chemie feiert den Auftakt des Internationalen Jahrs der Chemie 2011 in Berlin

24.02.2011 -

Am 9. Februar gab Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vor rund 350 Gästen den Startschuss zum Internationalen Jahr der Chemie 2011. Die Vereinten Nationen haben das Aktionsjahr ausgerufen, um unter dem Motto „Chemie - unser Leben, unsere Zukunft" weltweit auf die wachsende Bedeutung der Chemie in allen Lebensbereichen hinzuweisen.

Die Schülerzeichnung zeigt eine schwarze Fabrik mit vielen Schornsteinen. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen. In den aufsteigenden Rauchschwaden zeichnet sich ein Totenkopf ab. Dieses Bild erschien als Aufmacher des Beitrags „Bilder einer Wissenschaft" von Edgar Heilbronner und Erhard Wyss 1983 in der Zeitschrift „Chemie in unserer Zeit". Er spiegelt auf eindrucksvolle Weise das zu dieser Zeit vorherrschende Bild der Chemie als Umweltzerstörer wider. Seit dem hat sich das Image der Chemie deutlich zum Positiven gewandelt, insbesondere in Deutschland. Bei einer repräsentativen Befragung des europäischen Chemieverbands Cefic aus dem Jahr 2008 bewertete 65 % der Deutschen die Chemieindustrie positiv, mehr als in zehn anderen, untersuchten Ländern.

Dennoch kämpft die Chemie auch heute noch mit einem ambivalenten Bild in der Öffentlichkeit. In Diskussionen über „gute" und „böse" Chemie tritt die Wertschätzung ihrer Leistungen in den Hintergrund. Das Internationale Jahr der Chemie 2011 (IJC 2011) will hier gegensteuern. Das Themenjahr wurde 2008 von der 39. UN-Generalversammlung in New York ausgerufen, auf Initiative von Äthiopien. Auf das Jahr 2011 fiel die Wahl aufgrund des 100. Jahrestags der Nobel-Preisverleihung für Chemie an die Wissenschaftlerin Marie Curie. Die Aktivitäten des IJC 2011 werden weltweit von UNESCO und IUPAC koordiniert.

Junge Menschen für Chemie begeistern

„Das Jahr soll vor allem jungen Menschen die faszinierenden Chancen und Möglichkeiten nahe bringen, die in der Welt der Moleküle und Formeln liegen. Das schöpferische Potenzial der Chemie in Wissenschaft und Industrie wird heute mehr denn je gebraucht. Ihre Erkenntnisse, Verfahren und Produkte sind unverzichtbar für eine nachhaltige Entwicklung unseres Erdballs", betont Prof. Dr. Michael Dröscher, Sprecher des Forums Chemie und Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

Zentrales Anliegen des Wissenschaftsjahres ist die Förderung eines Dialogs, bei dem Ideologien in den Hintergrund treten. Innerhalb der Chemie-Community scheint dieses Ziel schon vor dem Start des Wissenschaftsjahres erreicht. Bereits im März 2009 fand eine konstituierende Versammlung statt, bei der sich neun führende Branchenverbände und Fachgesellschaften der Chemie sowie die Berufsgenossenschaft zum Forum Chemie zusammen schlossen. Seitdem verfolgen Wissenschaftler und Industrievertreter, Arbeitgeberverbände ebenso wie Gewerkschaften gemeinsam die Kommunikationsziele des IJC 2011.

„Wir klotzen ran, wir glauben an die Zukunft, wir wollen innovativ sein. Wir brauchen also ein Stück gemeinschaftliche Anstrengung - und genau das symbolisiert Ihr Forum Chemie", lobte Dr. Angela Merkel in ihrer Rede auf der nationalen Eröffnungsfeier am 9. Februar 2011 die Veranstalter. Die Bundeskanzlerin weiß um die Zugkraft der Chemie: Als 2003 das Bundesministerium für Bildung und Forschung anlässlich des 200. Geburtstags von Justus Liebig das Wissenschaftsjahr der Chemie ausgerufen hatte, besuchten mehr als 1 Mio. Menschen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet. Damit zählt 2003 zu den erfolgreichsten Wissenschaftsjahren des BMBF.

Die Auftaktveranstaltung und das Programm des Forum Chemie lassen auf einen vergleichbaren Erfolg im Jahr 2011 hoffen, auch wenn dieses national im Wettbewerb zum Wissenschaftsjahr der Gesundheitsforschung des BMBF steht. Die Internetseite www.ijc2011.de gibt Überblick über deutschlandweit geplante Aktivitäten. Auf dem Programm stehen u.a. der bundesweite Tag der Offenen Tür der Chemie am 24. September sowie eine Wanderausstellung zum Thema Nachhaltige Chemie, die Anfang September 2011 in Bremen auf Tour geschickt wird.

Auch im Nachbarland Schweiz sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, die auf einer der nationalen Internetseite www.chemistry2011.ch präsentiert werden. Dort betreibt man darüber hinaus intensives „IJC-Merchandising": So wird beispielsweise am 1. März eine 1-Franken-Briefmarke zum Internationalen Jahr der Chemie herausgegeben, die die Formel von synthetischem Vitamin C zeigt, einem der größten Forschungserfolge des Landes. Ebenfalls ab März können sich Sammler und Kaffeetrinker über eine neue Serie an Kaffeerahmdeckeli zum Internationalen Jahr der Chemie mit einer Auflage von 50 Mio. freuen.

Globalisierung via Internet

Dazu, dass das Internationale Jahr der Chemie auch weltweit zum Erfolg wird, tragen nicht zuletzt global agierende Konzerne wie Dow, BASF, Evonik, L'Oreal und Solvay bei, die das Wissenschaftsjahr als Sponsoren unterstützen und selbst aktiv in den internationalen Gremien an dessen Gestaltung mitwirken. Mit gutem Grund: „Die Innovationskraft der Chemie stellt eine wesentliche Voraussetzung dar, wenn wir einen nachhaltigen, ‚grünen‘ Lebensstil realisieren wollen. Die Chemieindustrie ist die einzige Querschnittsbranche, die an allen Zukunftsfragen mit arbeitet", betont Dr. Klaus Engel, Präsident des Verband der Chemischen Industrie.

Wer sich vom Internationalen Jahr der Chemie grenzüberschreitende Aktivitäten erhofft, ist zunächst enttäuscht. Zwar funktioniert auch auf internationaler Ebene der Austausch innerhalb der Community sehr gut. Bei öffentlichen Veranstaltungen, wie einem Vortrag im Chemikum Marburg und einer Chemistry Show an der University of Sidney, scheint jedoch der einzige „Link" die Veranstaltungsdatenbank auf den internationalen Seiten www.chemistry2011.org zu sein.

Auch beim Globalen Experiment, bei dem Schüler weltweit zum Thema „Water - a chemical solution" experimentieren und die Ergebnisse im Internet veröffentlichen, gelingt die Verknüpfung vor allem über das Worldwide Web.
Auf den zweiten Blick scheint gerade in den zeitlich konzertierten Aktionen des IJC 2011, die regional zielgruppengerecht aufbereitet und über Dialog fördernde Formate im Internet international verknüpft werden, das Erfolgsrezept zu liegen.

Auch in Deutschland gibt es eine regionale Weiterentwicklung des Globalen Experiments. Unter dem Motto „H2O - mach‘s bunt: Kreative Farbdesigner gesucht" ruft der Fond der Chemischen Industrie und das Forum Chemie zu einem Schülerwettbewerb auf, bei dem Schüler ab 8 Jahren und aller Schulformen zum Thema Pflanzenfarbstoffe als Indikatoren experimentieren. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2011. Wer die Ausführungen der Schüler bei der Vorstellung des Wettbewerbs auf der Auftaktveranstaltung in Berlin verfolgt hat, freut sich schon jetzt auf die bunten Bilder der Chemie dieser Generation.



Ziele des Internationalen Jahrs der Chemie 2011
Mit dem Internationalen Jahr der Chemie wollen die Organisatoren:

  • Das Interesse an der Chemie wecken, insbesondre bei jungen Menschen.
  • Wertschätzungen für die Leistungen der Chemie stärken.
  • Das schöpferische Potenzial der Chemie zur Entwicklung von Zukunftslösungen aufzeigen.

Um Ausrichtung des IJC 2011 in Deutschland kümmert sich das Forum Chemie. Ihm gehören folgende Organisationen an:
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie (BG RCI), Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie (DBG), Fonds der Chemischen Industrie (FCI), Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA), Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der Chemischen Industrie (VAA) sowie der Verband der Chemischen Industrie (VCI).
 



Inteviews zum Thema:

Interview mit GDCh-Präsident Prof. Dr. Michael Dröscher: "Wissenschaftsforum Chemie 2011"

Interview mit Dr. Gerd Romanowski, Geschäftsführer des Fonds der Chemischen Industrie: "Chemieunterricht muss begeistern

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