Strategie & Management

Kontinuierliche Verbesserung oder kontinuierliche Enttäuschung?

OpEx-Index misst die OpEx-Erfolgsrate und den Return on Continuous Improvement

14.09.2021 - CHEManager sprach mit Conor Troy, Conor Troy Consulting, über den OpEx-Index, der als Benchmark für Operational-Excellence-Projekte und Best-Practice-Beispiele dient.

Oft wird der gut gemeinte Prozess zur kontinuierlichen Verbesserung (KVP oder CIP, Continual Improvement Process) zu einer kontinuierlichen Enttäuschung - die Verbesserungsprogramme bleiben hinter den Erwartungen zurück. Volker Oestreich sprach mit Conor Troy, Geschäftsführender Inhaber von Conor Troy Consulting, über die Bedeutung des OpEx-Index, der als Benchmark für Operational-Excellence-Projekte und Best-Practice-Beispiele dienen soll.

CHEManager:  Herr Troy, wie erfolgreich führen kontinuierliche Verbesserungsprogramme zur Operational Excellence? Macht besser machen immer besser?

Conor Troy: Auf alle Fälle stehen in der post-Corona-Realität OpEx-Programme mehr denn je auf dem Prüfstand! Programme zur kontinuierlichen Verbesserung sind seit nunmehr 30 Jahren in der Industrie fest etabliert. Kaum ein Unternehmen in der Prozessindustrie kommt ohne ein solches aus. Dennoch erfüllt eine Vielzahl der OpEx-Programme nicht die Erwartungen: mehr als 70 % der Verbesserungsprogramme enttäuschen mit ihren Resultaten. Bereits seit mehr als 20 Jahren begleiten wir ambitionierte Unternehmen als Dienstleister und Berater auf ihrem Weg zu Operational Excellence, was uns zugleich ermöglicht hat, die DNA des Erfolges zu entschlüsseln.

In den vergangenen Monaten haben wir genauer reflektiert, welche Ursachen hinter all diesen Enttäuschungen stecken, denn viele Firmen haben große Probleme, die Ursache für dieses Phänomen zu finden. Die Vergleiche zu OpEx-Programmen anderer Firmen sind eine viel gefragte Navigationshelfe in diesem Diskurs. Verschieden Anfragen unserer Klienten nach externen Referenzpunkten als Grundlage für einen Entwicklungsdialog und die fehlende Verfügbarkeit einer solchen Indikators auf dem deutschen Markt haben uns dazu geführt, den OpEx-Index zu erheben – ein Barometer zur Einschätzung  der aktuellen Zufriedenheit und Bewertung zukünftiger Trends: Wo stehen wir heute und in welche Richtung bewegen wir uns?

Was genau sind denn die Fragen, die Ihre Klienten zum Erfolg oder Misserfolg ihrer OpEx-Programme haben und die der Index beantworten soll?

C. Troy: Wir nehmen ein erhöhtes Interessen an Benchmarking und industrieweiten Vergleichen in der OpEx-Community wahr. Typische Fragen sind zum Beispiel „In welchen Bereichen wurden die größten Wertbeiträge der Operational-Excellence-Programme von vergleichbaren Firmen in der Branche geliefert?“ Oder: „Wo sehen andere Führungskräfte die größten Herausforderungen in den nächsten Jahre, und wie werden Operational-Excellence-Programme entsprechend ausgerichtet, um den höchsten Impact zu haben?“

Die Idee des OpEx-Index findet ihre Wurzeln im Geist des OpEx-Forums, welches eine Plattform für Führungskräfte und Experten bietet. Dort haben wir schon vor einigen Jahren debattiert, warum eine fehlende Verbindung zwischen OpEx-Programm und den Werthebeln des Unternehmens oft lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Viele Unternehmen haben sehr aufwändige und ausgeklügelte Instrumente installiert, um die Effekte der OpEx-Aktivitäten zu erfassen und zu verfolgen. In den seltensten Fällen gibt es allerdings eine Verzahnung zwischen den erfassten Ergebnissen im „OpEx-Tracker“ und den finanziellen Instrumenten der Firma.

 

„In der post-Corona-Realität stehen OpEx-Programme mehr denn je auf dem Prüfstand!"

 

Wie sieht das Konzept für die zukünftige Erhebung des OpEx-Index aus?

C. Troy: Der OpEx-Index ist ein Industriebarometer, welches einmal jährlich in Form einer Panel-Umfrage erhoben wird. Dabei werden – jeweils um ein halbes Jahr zeitlich versetzt – zwei sich ergänzende Zielgruppen innerhalb der Prozessindustrie befragt. Die Auswertungen liefern eine valide Datenbasis und Faktenlage sowie Branchen-Insights in Bezug auf Trends und Prognosen. Zur ersten Zielgruppe gehören Führungskräfte und OpEx-Experten. Die zweite Zielgruppe sieht das mittlere Management und die HR-Partner im Fokus. Beide Zielgruppen bilden zusammen ein geschlossenes Gesamtbild der Industrie.

Und um welche Themen geht es dabei?

C. Troy: Die Fragen bestehen aus der Kombination eines fixen Moduls für beide Zielgruppen und eines variablen Moduls mit zielgruppenspezifischen Inhalten. Die inhaltlichen Dimensionen des Industrie-Barometers OpEx-Index beinhalten den Zufriedenheitsindex, also die subjektive Einschätzung der Zufriedenheit mit aktuellen OpEx-Programmen, die OpEx-Erfolgsrate, also die Liefertreue und den Erfüllungsgrad aktueller OpEx-Programme, und den ROCI, also den Return on Continuous Improvement, der darstellt, ob aktuelle OpEx-Programme einen Mehrwert generieren.

Darüber hinaus analysieren wir kurz- und langfristige Trends und Herausforderungen der Industrie, die subjektive Einschätzung von Führungsqualitäten in der aktuellen Zeit und dabei insbesondere die Selbsteinschätzung der Teilnehmer bezüglich digitaler Fern-Führung, die ja durch die Corona-Maßnahmen auf viele Führungskräfte zugekommen ist und die uns mit Sicherheit auch weiterhin, also auch in einer nach-Corona-Zeit, weiter begleiten wird.

Und dann geht es natürlich auch um Handlungsimplikationen, also um konkrete, übergeordnete Handlungsempfehlungen für die nahe Zukunft.

Was ist der Mehrwert, der sich aus dem OpEx-Index ergibt?

C. Troy: Der OpEx-Index schafft vier wertschöpfende Ergebnisse, die ich als Mood-Barometer, Trend-Tracker, Action Navigator und Network Member Improvement bezeichne.

Das Mood-Barometer zeigt die aktuelle Stimmung und Zufriedenheit in der OpEx-Gemeinschaft auf mit einem branchenweiten Vergleich bzgl. ROCI und generellem Nutzen von OpEx-Programmen.

Der Trend-Tracker liefert den Überblick über kurz- und langfristige Trends und Herausforderungen in der OpEx-Gemeinschaft sowie aktuelle Industrie-Benchmarks und  Einblicke von Branchenexperten.

Der Action Navigator bietet den Zugang zu konkreten Empfehlungen und Unterstützung von Branchenexperten durch das Ableiten von klar definierten Aktionen, die sich aus dem OpEx-Index und dem Input aus Best-Practice-Beispielen ergeben.
Und schließlich dient der OpEx Index als Plattform zum Vernetzen mit OpEx-Experten aus verschiedenen Industrien und dem Erschaffen von Referenzpunkten über verschiedene Industrien und Firmen aus dem Netzwerk, also das Network Member Improvement.

 

„Der OpEx-Index ist ein Industriebarometer, welches jährlich in Form einer Panel-Umfrage erhoben wird."

 

Wann werden wir konkrete Ergebnisse des OpEx-Index erfahren?

C. Troy: Wir haben bereits mit der Erweiterung des Industrie Panels begonnen und werden sowohl Kollegen aus Deutschland als auch aus dem benachbarten Ausland einbinden. Die Erhebung 2021 wird bis Ende Oktober 2021 abgeschlossen sein. Die Ergebnisse der OpEx-Index 2021 werden dann beim diesjährigen OpEx-Forum in Schloss-Schwetzingen am 18. November vorgestellt. Wir sind auf die Ergebnisse und Aussagen sehr gespannt!

 

 

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OpEx-Forum 2021

  • 18. November 2021, 08:30 – 17:00 Uhr.
  • Schloss Schwetzingen / Online

Hybrid-Event mit Vorträgen, Diskussionen, World-Cafés von Conor Troy Consulting zum Thema Operational Excellence (in deutscher Sprache).

Weitere Infos unter: www.opex-forum.de

  • Themen: Post-Corona Purpose Quest, Digital Maturity, OpEx-Index 2021 u.a.
  • Redner: Domenic Schüpbach, Swisscom; Kirstin Kohler, HS Mannheim; Marco Schlimpert, Lenzing; Franz Braun, Bilfinger Digital Next u. a.

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