16.10.2018
ThemenStrategie

Elektrolyse: Kernprozess für die Zukunft Deutschlands?

Dechema-Praxisforum „Electrolysis in Industry“

  • Vom 22.-23. November 2018 findet in Frankfurt a. M. das Dechema-Praxisforum „Electrolysis in Industry“ statt.Vom 22.-23. November 2018 findet in Frankfurt a. M. das Dechema-Praxisforum „Electrolysis in Industry“ statt.

Durch die Energiewende und den steigenden Anteil an erneuerbaren Energien mit volatiler Verfügbarkeit, gewinnt die Kopplung von Energie- und Chemiesektor neuen Schwung – Elektrolyse ist der Schlüssel zu neuen Wertschöpfungsketten.

Ob zur Erfüllung der Klimaziele oder zur Produktion des Kraftstoffes der Zukunft, die Elektrolyse ist der Schlüssel bei vielen hochaktuellen Prozessen und die entscheidende Schnittstelle zwischen Strom- und Chemiesektor.

Unter dem Stichwort „Sektorkopplung“ geht es dabei darum, Strom für die Herstellung von Kraftstoffen oder Chemikalien zu nutzen. In fast allen Verfahren spielt die Elektrolyse eine Schlüsselrolle. Dabei bildet die Wasserelektrolyse einen Schwerpunkt. Der durch die Aufspaltung von Wasser gewonnene Wasserstoff kann entweder als Energieträger beispielsweise für Brennstoffzellen eingesetzt oder in die Produktion von Chemikalien eingespeist werden. Dementsprechend vielfältig ist die Zahl der Projekte: Fast täglich wird über neue Bauvorhaben berichtet, von der lokalen Wasserstoff-KWK-Anlage bis zu Megaprojekten wie die geplanten 10-MW und 20-MW-Projekte, die AkzoNobel bzw. Shell Anfang 2018 angekündigt haben. Gleichzeitig schreitet die Entwicklung der Elektrolysezellen voran: Neue Elektrodenmaterialien oder Entwicklungen wie die PEM-Elektrolysezellen sorgen dafür, dass die Verfahren immer effizienter und je nach weiterer Nutzung des Wasserstoffs auch wirtschaftlich wettbewerbsfähig werden. In einem Bericht von April 2018 an das BMWi weisen Wuppertal Institut und Fraunhofer ISI jedoch darauf hin, dass die verfügbaren Elektrolyseure keine Serienprodukte sind und ein notwendiger Scale-up schnell erfolgen muss. Daraus ergäben sich auch Chancen für den Exportmarkt.

Und längst richtet sich das Augenmerk nicht mehr nur auf die Wasserstoffproduktion. Auch die Co-Elektrolyse von Wasser und Kohlendioxid zu Synthesegas wird derzeit genauer untersucht. Im Forschungsprojekt Rheticus streben Siemens und Evonik ein Verfahren zur Umwandlung von Kohlendioxid zu Butanol und Hexanol mit Hilfe von regenerativem Strom und Mikroorganismen an. Siemens liefert die Elektrolysetechnik und entwickelt dabei den ersten Gas-Gas-Elektrolyseur im industriellen Maßstab.

Obwohl dabei die Erzeugung werthaltiger Chemikalien im Mittelpunkt steht, bringt das Verfahren noch einen zweiten Aspekt mit, der es für die Kopplung an erneuerbare Energieträger besonders interessant macht: Es lässt sich innerhalb eines gewissen Rahmens hoch- und runterregeln und könnte damit je nach Stromangebot mehr oder weniger Energie pro Zeiteinheit nutzen.

Das gilt nur in sehr geringem Umfang für den Klassiker unter den Elektrolyseverfahren, die Chlor-Alkali-Elektrolyse.

Denn das gebildete Chlor ist der Ausgangspunkt für viele weitere Chemikalien, und die Produktionsmengen können nicht ohne weiteres heruntergefahren werden. Doch selbst in diesem vermeintlich lang ausgereiften Prozess verbergen sich noch Innovationspotenziale: So konnte durch den Einsatz von Sauerstoffverzehrkathoden der Energieverbrauch bei Covestro für die Chlorherstellung um bis zu 30 % gesenkt werden.

Ob bei elektrochemischen Synthesen, bei der Sektorkopplung, in der Abwasserbehandlung oder beim Recycling, Elektrolysen gehören zu den leistungsfähigsten Prozessen in der Industrie und werden eine entscheidende Rolle in der Zukunft Deutschlands einnehmen.

Das Praxisforum „Electrolysis in Industry“ vom 22.-23. November 2018 in Frankfurt a. M. lädt dazu ein, mit Industrievertretern und Lösungsanbietern über die aktuellsten Trends und Erkenntnisse, von der Materialforschung bis zu den Chancen der regenerativen Energien zu diskutieren. Informieren Sie sich über aktuelle Themen der Elektrolyse und nutzen Sie die Gelegenheit, sich im Rahmen von Fachvorträgen, Best-Practice-Beispielen und interaktiven Diskussionsformaten mit Experten auszutauschen und ausgiebig zu networken.

Erfahren Sie mehr unter: https://dechema.de/Electrolysis.html

Kontaktieren

Dechema e.V.
Theodor-Heuss-Allee 25
60486 Frankfurt/Main
Germany
Telefon: +49 69 7564 0
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