Standorte & Services

Industriepark Kalle-Albert modernisiert Gefahrenabwehrsystem

InfraServ Wiesbaden bringt seinen Werkschutz auf neuesten Stand

07.12.2021 - Der Schutz von Anwohnern, Mitarbeitern und Anlagen steht im Mittelpunkt der täglichen Arbeit des Werkschutzes im Industriepark Kalle-­Albert.

Damit alles reibungslos funktioniert, sind gut ausgebildete Fachleute ebenso wichtig wie moderne technische Warnsysteme. Deshalb hat InfraServ Wiesbaden jetzt seine Gefahrenabwehrzentrale umfassend modernisiert.

Starke Nerven und Stressresistenz: Das sind zwei der Eigenschaften, die die Mitarbeiter in der Gefahrenabwehrzentrale (GAZ) in Wiesbaden mitbringen sollten. „Wir müssen selbst bei hohem Zeitdruck und wenn vieles gleichzeitig zu tun ist, besonnen agieren und den Überblick behalten“, sagt Oliver Kurzhals, Schichtleiter Werkschutz und regelmäßig als Disponent im Einsatz. Ein gutes technisches Verständnis gehört ebenfalls dazu, denn Technik spielt eine zentrale Rolle: In der GAZ werden sämtliche Warnanlagen zusammengeführt, die innerhalb und teilweise auch außerhalb des Industrieparks installiert sind – von Brand- über Gasmelder bis zu Einbruchmeldeanlagen.

Sobald ein Alarm eingeht, leiten die Mitarbeiter in der Leitstelle alle notwendigen Schritte ein. Zunächst werde jede Meldung gleichbehandelt, sagt Kurzhals: „Die Störfallverordnung und die Alarm- und Ausrückordnung legen das Vorgehen fest.“ Doch die erfahrenen Disponenten sehen schnell, ob ein Ereignis hochgestuft werden muss und weitere Maßnahmen zu ergreifen sind. Genau dabei unterstützt sie jetzt das neue hochmoderne Gefahrenmanagement- und Einsatzleitsystem. Künftig wird ein Großteil dessen, was bisher über Excel-Dateien und Access-Datenbanken verwaltet wurde, zentral und digital gesteuert. Fast drei Jahre hat der Standortbetreiber gemeinsam mit externen Spezialisten an der Umrüstung gearbeitet.

 

Orth  Horst Orth, InfraServ Wiesbaden, Leiter Werkschutz

„Die Anforderungen an den Werkschutz sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Wenn wir parallel dazu mit Hilfe technischer Neuerungen schneller und effizienter werden können, ist das für alle Standortteilnehmer von Vorteil.“

 

Zentrale Kommunikationseinheit

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die strukturierte Notrufabfrage: Im System sind einheitliche Vorgaben hinterlegt, auf deren Basis der Disponent sämtliche einsatzrelevanten Informationen abfragt und die für den konkreten Fall erforderlichen Einsatzkräfte alarmiert. Damit das noch schneller geht, wurde auch die Kommunikationseinheit erneuert. Sie führt jetzt unterschiedliche Kommunikationssysteme wie Funk, Telefon, Pager, Personennotruf, Sprechstellen an Toren und in Aufzügen sowie den Digitalen Anwahl- und Kommunikationsserver (DAKS) zusammen.

„Zuvor hat sich der Disponent hier manchmal gefühlt wie ein Oktopus, zwei Arme haben nicht ausgereicht. Er musste mehrere Telefone und Rechner gleichzeitig bedienen. Jetzt hat er nur noch ein Headset und einen PC vor sich.“ Das sagt Horst Orth, Leiter des Werkschutzes. Zudem sorge das System für mehr Präzision. „Bricht in größeren Anlagen, wie zum Beispiel, dem Gefahrstofflager oder dem Kraftwerk, ein Gefahrenherd aus, können wir den exakten Ort jetzt noch besser lokalisieren.“ All das erspart Zeit – und die ist kostbar, wenn es auf Minuten oder gar Sekunden ankommt.

Neben den Kernaufgaben verfügt das System über ergänzende Module für die Verwaltung von Personal, Fahrzeugen und Materialien und Berichtswesen. Per Mausklick ist ersichtlich, wann Schulungstermine oder Gesundheitsuntersuchungen für Mitarbeitende sowie Wartungstermine für Fahrzeuge anstehen. Orth legt Wert darauf, dass seine Firma mit den neuen Systemen nicht mehr von einem speziellen Hersteller abhängig ist: „Wir können alle Anlagen, die es auf dem Markt gibt, in unser System einbinden. Dadurch haben wir eine gute Position bei Preisverhandlungen mit den Anbietern.“

Lückenlose Verfügbarkeit

Die neue Technik wird durch eine zeitgemäße Büroausstattung ergänzt. Die ergonomisch geformten Stühle sind nicht nur besonders belastbar, sie beugen auch Rückenschmerzen und Haltungsschäden vor. Für Mitarbeitende, die bis zu zwölf Stunden am Stück hier sitzen, ist das unverzichtbar. Die neuen und sehr speziellen Leitstellen­tische erfüllen alle Anforderungen für die Integration der erforderlichen technischen Elemente. So gibt es z.B. eine Rückfallebene mit Telefon, Funk und Sprechstellen. Sollte es technische Probleme geben, kann der Disponent damit die wichtigsten Kommunikationseinheiten weiterhin bedienen. Um eine lückenlose Verfügbarkeit des Gefahrenabwehrsystems zu gewährleisten, wird eine identische Kopie auf Servern der ISW-Tochtergesellschaft GES Systemhaus vorgehalten. Im Fall eines System­ausfalls wird automatisch darauf umgeschaltet.

Ein zusätzlicher Server steht für Schulungen bereit. Er spiegelt die aktuelle Datenbank, sodass künftige Leitstellendisponenten immer mit einem tagesaktuellen Abbild der echten Daten trainieren können. Das ist umso wichtiger, als die Aus- und Weiterbildung hier – wie bei InfraServ Wiesbaden insgesamt – eine wichtige Rolle spielt.

Seit 2010 beteiligt sich der Werkschutz an der Ausbildung von Fachkräften für Schutz und Sicherheit, einem seit 2002 staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Derzeit gibt es insgesamt neun Azubis in den drei Lehrjahren. Während sie in der Berufsschule den theoretischen Input zu Brandschutz, rechtssicherem Verhalten und dem Erstellen von Sicherheitskonzepten erhalten, eignen sie sich im Betrieb Praxiswissen auf dem Feld der Sicherheitsdienstleistungen an. Auch in die Gefahrenabwehrzentrale dürfen sie reinschnuppern – immer unter größter Rücksicht auf den diensthabenden Mitarbeitenden, der hier hochkonzentriert arbeiten muss.

Oliver Kurzhals  Oliver Kurzhals, InfraServ Wiesbaden, Schichtleiter Werkschutz

„Ein zeitgemäßes Gefahrenman­agement- und Einsatzleitsys­tem mitsamt der dazugehörigen Kommunikationseinheit – sie sind das Herzstück unserer modernisierten Gefahrenabwehrzentrale. Damit werden Fehlerquellen noch weiter minimiert“.

 

Vielseitige Ausbildung

Wer dabei auf den Geschmack kommt, kann allerdings nach Ausbildungsende nicht direkt in der GAZ anfangen: „Berufseinsteiger müssen sich erst einmal im Werkschutz bewähren, bevor wir sie in einer so entscheidenden Position einsetzen“, sagt Werkschutzleiter Orth. „Wir beobachten, ob ein Kandidat die nötigen Eigenschaften mitbringt.“ Auch sei es für diese Aufgabe unverzichtbar, sich auf dem gesamten Gelände bestens auszukennen, fügt Oliver Kurzhals hinzu: „Da ist eine gewisse Erfahrung innerhalb des Industrieparks hilfreich.“ Zusätzlich zu ihrer Berufsausbildung als Fachkraft für Schutz und Sicherheit, Werkschutzfachkraft oder geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft müssen Leitstellendisponenten einen Feuerwehrgrundlehrgang nachweisen.

Doch der Einsatz in der GAZ ist nur eine von vielen wichtigen Aufgaben des Werkschutzes. Das Tätigkeitsfeld reicht von der Verwaltung des Fremdpersonals über die Verkehrsüberwachung bis zum Herausbegleiten betriebsstörender Personen aus dem Werk. Auch für die Zutrittskontrollen sind die Werkschützer mitverantwortlich. In ihrer dreijährigen Ausbildung durchlaufen die Nachwuchskräfte alle diese Bereiche.

Werkschutzleiter Orth freut sich über die Modernisierung der Zen­trale auch deshalb, weil die Anforderungen an den Werkschutz in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, etwa durch komplexere Anlagen und intensivere Kontrollen. Rund 100.000 Lkw fahren jedes Jahr in den Industriepark Wiesbaden, 60.000 Besucher und Fremdfirmenmitarbeiter müssen am Em­pfang abgefertigt werden. Zählte der Werkschutz bei InfraServ Wiesbaden vor sechs Jahren noch 22 Mitarbeiter und sechs Azubis, sind es heute 33 Mitarbeitende und neun Auszubildende. „Wenn wir parallel dazu mit technischen Neuerungen noch schneller und effizienter werden können“, sagt Orth, „dann ist das für alle hier am Standort von Vorteil.“

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